
26. April 2010
Teilnehmerinnen des Schwimmtrainings in Mumbai
Archana Kapoor, Edit Schlaffer und Vinita Kamte (v.l.n.r.) mit einer Gruppe von Müttern in Mumbai
Empowerment Workshop "Our Stories, Our Future”
Ein Empowerment Workshop für Opfer und Familienangehörige der Anschläge vom 26.11.2008 in Mumbai
Am 26. April 2010 startete SAVE Indien zwei Workshops für die Ehefrauen, Töchter, Schwestern und Mütter jener Polizisten, die während der Terroranschläge vom 26. November 2008 im Einsatz waren. „Our Stories, Our Future“ ist ein einwöchiger Empowerment Workshop, der mithilfe von „Storytelling“ die Teilnehmerinnen dazu animiert, ihre persönlichen Geschichten zu erzählen und jenen zuzuhören, die gewalttätigen Extremismus persönlich erlebt haben. Die Teilnehmerinnen nehmen außerdem an einem Schwimmtraining unter dem Motto „Swimming into the Future!“ teil, ein wirkungsvolles Mittel, um Stress und Trauma zu bewältigen und das Gruppengefühl und Selbstbewusstsein zu stärken.
65 Mütter und Kinder im Alter von 9 bis 70 Jahren nahmen am ersten Tag der Workshopserie teil.
Anne Carr, Expertin aus Nordirland, leitet den Storytelling Workshop. In einer ersten Übung wurden die Teilnehmerinnen gebeten, ihre Namen und die jeweilige Bedeutung mit der Gruppe zu teilen. „Namen erzählen viel über die Persönlichkeit“, so Anne Carr, „auch wenn wir sie uns nicht selbst gegeben haben.“
Viele Frauen wussten nicht, welche Bedeutung hinter ihrem Namen steht, sie haben eine Reise zu einer neuen Identität begonnen. Gegenstände des alltäglichen Lebens, wie Farben oder Perlen sind im Workshop wichtige Begleiter, um sich selbst und die anderen besser zu verstehen.
Jyoti, die Frau eines Polizeiinspektors, meinte nach den ersten beiden Stunden, dass sie das erste Mal die Gelegenheit gehabt hätte, zu reflektieren und über sich selbst zu sprechen. Gori, Urmila und Surekha haben erkannt, wie viel Potential in ihnen steckt, wie viel sie selbst zu Veränderung beitragen können.
„Die Antworten und Reaktionen auf den heutigen Workshop werden den Grundstein für unsere globale Kampagne legen: Mothers for Change! wird von hier aus nach Pakistan, von dort nach Jemen und Indonesien reisen“, sagt Edit Schlaffer, Gründerin von SAVE.
Kinder werden in den Diskussionen um De-Radikalisierung und Verhinderung von gewalttätigem Extremismus oft ignoriert. Elaine Hargrove, SAVE global Mitarbeiterin, hat mittels kreativer Spiele die teilnehmenden Kinder dazu bewegt, über ihre Emotionen zu sprechen. Ihre Zeichnungen zeigen auf eindrucksvolle Weise, was sie seit den Anschlägen durchleben.
In den nächsten Tagen werden die Teilnehmerinnen noch die Möglichkeit haben, die Workshops als Plattform zu nutzen, um das Schweigen zu brechen; die Stille, die so oft auf eine Tragödie folgt.
Archana Kapoor, Präsidentin von SAVE Indien ist überzeugt, dass dies der Beginn einer langen Reise ist. Die Workshops sind wahrscheinlich nur ein winziger Schritt im gesamten Prozess, aber sie sind ein riesiger Sprung in die richtige Richtung.