
16. Februar 2010
Participants at a SAVE youth camp take part in a brainstorming break-out session
Einhundert StudentInnen aus fünfzig High Schools, Universitäten und Islamic Boarding Schools (pesantren) haben im Dezember in Solo, Zentraljava, und in Bandung, Westjava, SAVE Indonesien und Students Against Violent Extremism ins Leben gerufen.
Die Workshops wurden von Lily Zakiyah Munir, Direktorin des Center for Pesantren and Democracy Studies (CePDeS) in Jakarta und SAVE Pionieren in Kooperation mit lokalen Initiativen organisiert.
„Die Aktivitäten wurden deshalb organisiert, weil wir über radikale Bewegungen und Gewaltaktionen, die mit ihren religiösen Doktrinen und Dogmen vor allem Jugendliche und StudentInnen bedrohen, tief beunruhigt sind“, erklärt SAVE Mitglied Lily Zakiyah Munir den Beweggrund für die Gründung von SAVE Indonesien.
Zakir hofft, dass durch die Gründung von SAVE und Students Against Violent Extremism eine neue Generation heranwachsen kann: verantwortungsbewusste junge Menschen, die die Werte von Frieden und Gewaltfreiheit propagieren und Diversität als Chance sehen.
Die viertätigen Seminare boten den TeilnehmerInnen die Möglichkeit, in offenen und ehrlichen Dialogen, Kleingruppen, Spielen und verschiedenen Übungen Erfahrungen zu Diversität, dem Aufbau von Initiativen zur Gewaltfreiheit sowie Konfliktmanagement zu sammeln.
Zum Abschluss des Workshops verfassten die jungen AktivistInnen folgende Deklaration:
Wir, SchülerInnen, santris und StudentInnen aus Solo und Bandung verkünden:
1. Ich, als VertreterIn der jungen indonesischen Generation respektiere, dass Vielfalt beibehalten werden und in unserem täglichen Leben respektiert werden muss.
2. Ich spreche mich gegen jegliche Art von Diskriminierung und gegen Verhaltensweisen aus, die andere Menschen oder Gruppen benachteiligen.
3. Ich werde jede Art von Gewalt und Extremismus verhindern.
4. Ich lehne jede Art von Gewalt und Extremismus ab.
5. Ich bin darauf vorbereitet und davon überzeugt, dass ich ein/e PionierIn bei der Gründung von SAVE Indonesien und einem internationalem Netzwerk bin, um Gewalt und Extremismus zu beenden.
6. Ich unterstütze alle Aktivitäten der jungen indonesischen Generation, um Gewalt und Extremismus einzudämmen.
7. Ich bin Gründungsmitglied von SAVE Indonesien, das von indonesischen StudentInnen und santris ins Leben gerufen wurde.
8. Ich werde die Regierung, StudentInnenorganisationen und NGOs dazu aufrufen, die junge Generation Indonesiens im Kampf gegen Gewalt und Extremismus zu unterstützten.
9. Ich werde den Spirit von Sisterhood, Respekt und Frieden leben und Indonesiens Diversität und Harmonie bewahren.
10. Ich werde Medien aller Art nutzen, um gegen Gewalt und Extremismus aufzustehen.
Stimmen der TeilnehmerInnen:
„Ich bin sehr glücklich, dass ich an diesem Workshop teilnehmen durfte. Ich finde es wichtig, für Frieden und gegen Gewalt einzutreten und ich werde diese Werte auch in meiner Gemeinschaft verbreiten. Ich weiß, dass ich etwas verändern kann.“
Kuncoro, Solo
“Für mich waren diese vier Tage ein besonderes Erlebnis, es war lustig, aufregend und lehrreich. Ich habe so viel Neues zu Gewaltfreiheit und Frieden gelernt, alles wurde sehr spielerisch vermittelt. Jeder muss versuchen, zuerst für sich selbst Frieden zu finden, erst dann kann ich Gewaltfreiheit auch von anderen Menschen erwarten.“
Lala, Solo
„Die Atmosphäre im Camp war sehr besonders, sehr familiär. Ich habe mich wohl dabei gefühlt, meine Gedanken mit den anderen zu teilen und wusste, ich musste keine Angst haben.“
Oktaria, Solo
„Verschiedenartigkeit macht das Leben schöner. Ich habe mich entschlossen, aktiv zu werden und mit kühlem Kopf anstatt mit Muskelkraft gegen Gewalt und Extremismus eintreten.“
Redza, Bandung
„Ich habe das Motto meines Lebens gefunden, ich fühle mich wie eine Gewinnerin. Ich sage „nein“ zu Gewalt und „ja“ zu Frieden“.
Azmi Azkirul Fikri, Bandung
SAVE Indonesien/Students Against Violent Extremismus ist ein Netzwerk indonesischer StudentInnen. Ihr Ziel es ist, den „Virus“ von Frieden und Gewaltfreiheit durch außerschulische Aktivitäten wie Trainings, Workshops und Seminare zu verbreitein.
CePDeS (Center for Pesantren and Democracy Studies) ist eine Nichtregierungsorganisation, die das Ziel hat, mittels Demokratie- und Menschenrechtserziehung den Islam in muslimischen Gemeinschaften zu lehren. Seit der Gründung im Jahr 2002 hat CePDeS verschiedene Initiativen gestartet, unter anderem Workshops zu Wahlbeteiligung, die politischen Rechte der Frauen oder Leadership Training für Jugendliche. Derzeit liegt der Schwerpunkt der Aktivitäten auf der Stärkung der Zivilgesellschaft, Friedenserziehung und Konfliktmanagement.
Die Direktorin von CePDeS, Lily Zakiyah Munir, war bei der ersten globalen SAVE Konferenz im November 2008 in Wien zu Gast.