
02. Oktober 2009
Jungen MuslimInnen und nicht-MuslimInnen erkunden die Lebenswelten „der anderen“ Ein aktionsorientiertes Listening Projekt in Wien, Vorarlberg und Oberösterreich.
Soziale Spannungen, gegenseitige Ressentiments, Vorurteile, Missverständnisse, Block- und Gruppenbildungen sowie sicherheitspolitische Ängste in Zusammenhang mit der muslimischen Bevölkerung sind in Österreich führende Themen – von der politischen Arena bis in die Schulklassen.
Aktuelle Studien und Analysen zeigen, dass Begegnung zwischen den Kulturen nicht in ausreichendem Maße gepflegt wird. Die Dialogveranstaltungen finden bevorzugt auf höchster Ebene statt. Wenn die laufenden Dialoge Konsequenzen haben sollen, müssen die Jugendlichen umgehend auf breiterer Basis in den Prozess des Kennenlernens und der Verständigung miteinbezogen werden. Gerade die formativen Jahre der Adoleszenz sind der ideale Zeitpunkt, Brücken zwischen den Kulturen zu schlagen und Schule, Ausbildung sowie Freizeiteinrichtungen bilden die geeigneten Begegnungsflächen. Dafür brauchen die jungen Menschen aber gezielte Unterstützung und Orientierung, um diesen Prozess in Gang zu bringen.
Frauen ohne Grenzen wird 24 jungen Frauen und Männer aus Wien, Oberösterreich und Vorarlberg dazu einladen, „die andere Seite“ kennen zu lernen. MuslimInnen und nicht-MuslimInnen werden im Laufe eines Jahres die Familien „der anderen“ besuchen, ihre Gedanken, Ideen und Vorschläge in Workshops diskutieren und aufarbeiten und ihren Erlebnisse fotografisch und filmisch dokumentieren. Die Ergebnisse werden in einer Ausstellung präsentiert werden.
Ziel dieses Projektes ist es, den TeilnehmerInnen zu zeigen, dass die Lebenswelten zwar vielleicht unterschiedlich sind, dies aber nicht als etwas Trennendes, sondern im Gegenteil als Bereicherung gesehen werden kann.