
15. September 2009

Hanan Ibrahim, Gründerin der Somali Family Support Group (SFSG) in London

Sasha Havlicek
Elham Danish
Welcome Elham Danish, Shaista Gohir, Hanan Ibrahim und Sasha Havlicek
Im Juni 2008 gründeten wir das SAVE UK Advisory Board. Wir freuen uns, Elham Danish, Hanan Ibrahim und Sasha Havlicek dafür gewinnen zu können.
Lesen Sie unten stehend Kurzportraits der offiziellen SAVE UK Board members. Hanan Ibrahim repräsentiert die somalische Gemeinde in und um London. Mit der von ihr gegründeten Organisation leistet sie einen wichtigen Brückenbau. Dr. Elham Danish ist Sprachrohr der saudischen Community in England und versucht, den Dialog zwischen saudischen und britischen Frauen zu fördern. Sasha Havlicek, Direktorin des Instituts für Strategic Dialogue, können Sie in Kürze mehr lesen.
Hanan Ibrahim - Unterstützung für Somalische Frauen
Hanan Ibrahim kam als Flüchtling und Asylsuchende aus ihrem vom Bürgerkrieg zerrütteten Heimatland Somalia nach England. Aus eigener Erfahrung wusste sie, dass es für Frauen, besonders für Flüchtlinge, wenig Unterstützung gab und so gründete sie die Organisation Somali Family Support Group (SFSG) in London. Ziel ist es, Frauen zu unterstützen, die zum Beispiel Opfer häuslicher Gewalt sind und Themen anzusprechen, die in ihrer Community ein Tabu sind.
Die Somali Family Support Group ist eine NGO, die mit Hilfe von vielen Freiwilligen in der somalischen Community arbeitet und eine Reihe von Services anbietet: Familienberatung, Training für Bewerbungsgespräche, Bewusstseinsbildung im Gesundheitsbereich, Alphabetisierungskurse, Hilfe für ärmere Familien.
Hanan Ibrahim sieht es als die Pflicht eines jeden Menschen, weniger gebildeten und/oder ärmeren Familien, aber vor allem Frauen, zu helfen.
Im Jahr 2004 wurde Hanan Ibrahim mit dem Queens Award für freiwillige Leistungen in der Gemeinschaft ausgezeichnet. Eine Motivationsspritze, die die Aktivistin dazu ermutigte, auch mit jungen Menschen zu arbeiten. Sie organisierte Workshops für Eltern – besonders Mütter - und deren Kinder und bestärkte sie darin, mehr gemeinsam zu unternehmen.
Diese Arbeit mit Familien ist ihr ein besonderes Anliegen, denn „um Frieden in der Welt zu erreichen“, sagt sie, „müssen wir bei uns selbst beginnen. Bevor du zu anderen gehst, muss zuerst einmal in deinem eigenen Haus Frieden herrschen, aber auch in deiner Community und an deinem Arbeitsplatz.”
Hanan Ibrahim ist davon überzeugt, dass Extremismus deshalb entsteht, weil diejenigen, die Islam nicht verstehen, zu viele ZuhörerInnen haben, die sie mit ihren radikalen Ideen einer Gehirnwäsche unterziehen.
Sie will Jugendlichen eine Möglichkeit geben, um ihre Wut und ihren Ärger auf konstruktive Weise in andere Kanäle umzuleiten. So bietet sie über ihre Organisation den Jugendlichen Alternativen an: kreatives Schreiben, Musik machen oder Theaterspielen. „Und so“, ist sie überzeugt „kann man die jungen Menschen umstimmen.”
Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Ermöglichung religionsübergreifender Dialogforen. „Ich arbeite mit der jüdischen und der christlichen Gemeinschaft zusammen und wir sind alle Schwestern und Brüder. Wir sind alle Menschen, eine Rasse, so sehe ich das. Wenn wir eine vereinte Gemeinschaft sein wollen, dann müssen wir anfangen, Verantwortung zu übernehmen.“
Leidenschaft, Gerechtigkeit und Gleichheit sind die drei großen Schlagworte für Hanan. „Es geht darum, dass wir zusammen arbeiten, denn nur wenn wir zusammenhalten, können wir bestehen und durchhalten. Wenn nicht, fallen wir um. Wir müssen die Fähigkeiten, die jede/r einzelne von uns hat, zusammentun und sie nutzen, dann können wir die Welt verändern.“
Hanan Ibrahim hat selbst viel erreicht in den letzten Jahren in England, aber am stolzesten ist sie auf die Errungenschaften ihrer Kinder. Alle drei konnten eine gute Ausbildung genießen und sind in ihren jeweiligen Berufsfeldern erfolgreich. „Und das ist genau das, was ich auch immer den Leuten in meiner Community sage. Ihr müsst hart arbeiten und vor allem darauf schauen, dass eure Kinder eine gute Bildung erhalten.“
Außerdem warnt sie ihre Landsleute davor, sich nicht immer nur als Opfer zu sehen, sondern die neue Heimat zu akzeptieren und die endlosen Möglichkeiten zu nutzen, die England bietet.
„Ich bin so stolz darauf, Britin zu sein. Das ist meine Heimat und ich werde nirgends anders mehr hingehen.“
Sasha Havlicek – Strategic Dialogue Expert
Als Mitbegründerin und Direktorin des Institutes for Strategic Dialogue (ISD) ist Sasha Havlicek für die strategische Entwicklung dieses Londoner Think Tanks verantwortlich. Das Institut entwickelt Programme und realisiert maßgebliche Forschungsprojekte im Bereich Deradikalisierung, sozialer Zusammenhalt, europäische Partnerschaft, kultureller Austausch mit muslimischen Gemeinschaften und der arabischen Welt. Sasha Havlicek ist zudem für das Stipendien- und Leadership Programm des Weidenfeld Instituts zuständig, das 2007 gemeinsam mit der Oxford Universität ins Leben gerufen wurde.
Zuvor arbeitete sie als Direktorin des US Think Tanks EastWest Institute, wo sie maßgeblich an der Entwicklung eines einzigartiges Konflikt-Management Programms beteiligt war und Projekte am Balkan, in Osteuropa und Russland realisierte.
Die Balkan- und Nahostexpertin arbeitete nach dem Ende der Balkankriege in der Task Force für den Stabilitätspakt in Südosteuropa mit.
Sasha Havlicek ist an Board der International Prize for Arabic Fiction (IPAF) und ist Vorsitzende der Charity-Organisation Next Generation Nepal (NGN).
Elham Danish - Saudi Arabien meets England
Elham Danish kam 1998 von Saudi Arabien nach England, um ihren Doktor in Molekulargenetik zu machen. Die Leiterin der Frauenabteilung der Saudi Arabischen Botschaft in London ist seit Juni 2009 bei SAVE aktiv, sie ist eines der vier offiziellen SAVE UK Vorstandsmitglieder.
Nachdem sie ihren Doktor in England abgeschlossen hatte, ging Elham Danish zurück nach Saudi Arabien, um dort an der King Abdullah Universität in Jeddah zu arbeiten. Sie hörte, dass Prinzessin Nouf bint Fahd bin Khalid Al-Saud plante, einen Frauenabteilung an der saudischen Botschaft in London aufzubauen. Sie wusste aus eigener Erfahrung wie notwendig eine derartige Einrichtung wäre, um die saudische Gemeinschaft zusammenzubringen und vor allem, um saudische Frauen dabei zu unterstützen, sich in die britische Gesellschaft zu integrieren. Ein Brief mit ihren persönlichen Eindrücken aus ihrer Zeit in London und Vorschläge für die Umsetzung der Idee an den Botschafter in London war ihre Eintrittskarte in einen neuen Lebensabschnitt. Sie übersiedelte als Leiterin der Frauensektion der Saudi Arabischen Botschaft nach London.
Einen Grund, warum sich saudische Frauen oft so schwer tun, sich in die britische Gesellschaft zu integrieren sieht Elham Danish in den konservativen und religiösen Überzeugungen vieler Saudi Araberinnen. Ziel der engagierten Medizinerin ist es, ihre Landesfrauen zu motivieren, mit britischen Frauen zu interagieren und das Image der saudischen Frauen zu verbessern, das ihrer Meinung nach von westlichen Medien ständig ins schlechte Licht gerückt wird.
Elham Danish ist überzeugt davon, dass Frauen eine zentrale Rolle spielen können, gewalttätigen Extremismus einzudämmen, besonders durch die Erziehung ihrer Kinder zu respektvollen und toleranten Menschen.
Den Islam betrachtet die Saudi Araberin als friedliche Religion und für sie ist es wichtig, dies den Menschen im Westen verständlich zu machen. Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und Integration sind weitere zentrale Anliegen, die sie durch Begegnungen zwischen saudischen und britischen Frauen zu erreichen versucht.
Informationen zu Sasha Havlicek folgen in Kürze.