Laufende Projekte

Väter und Söhne: der Transitprozess von Migration in die Integration.

Ein angewandtes Forschungsprojekt

Das Problem der Radikalisierung ist nicht nur ein unmittelbares Sicherheitsrisiko, sondern droht auch, unsere Gesellschaft zu spalten, die Dämonisierung „der anderen“ mit oft subtilen Mitteln zu betreiben, indem Rivalitäten und Ängste im Kampf um Ressourcen wie knappe Arbeitsplätze mobilisiert werden.
Jugendliche sind im Brennpunkt dieses hoch-ideologisierten Konflikts und erfahren wenig Unterstützung. Und wenn, dann kommt sie oft von der falschen Seite. Auf der Suche nach Sinn, Identität, Bedeutung und Zugehörigkeit fühlen sich die jungen Männer allein gelassen und sind anfällig für die Versuchungen und Versprechungen radikaler Gruppierungen.

Wir wissen noch wenig über die persönliche Motivation und darüber, welche Botschaften bei den Jugendlichen aus dem Radikalisierungsmilieu tatsächlich ankommen. Welche persönlichen Erfahrungen, Zurücksetzungen, Frustrationen bringen junge Männer dazu, sich als Kämpfer zu visualisieren und sich in einen Todeskult zu integrieren?
Die jungen Männer sind gefangen zwischen den Meldungen und den Anforderungen der „alten“ Welt, der Welt ihrer Eltern, verstärkt durch die Stimmen von Hasspredigern aus radikalen Moscheen und nachhaltigen Vorstellungen archaischer Männlichkeit. Beide Botschaften sind mit Rechtsstaatlichkeit und Demokratie unvereinbar, denn Rechtsstaatlichkeit basiert auf Anerkennung von Diversität und auch auf Anerkennung der unhinterfragten Gleichberechtigung der Geschlechter. Diese beiden Denkrichtungen sind die „missing links“ für gelungenes Zusammenleben im öffentlichen und privaten Raum und exakt diese Terrains sollen mit den Jugendlichen und deren Vätern im Rahmen dieser Studie exploriert werden.

Im Rahmen dieses Projektes werden insgesamt 100 junge Männer und Väter mittels halbstandardisierter Interviews befragt.

Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz gefördert.

 
 

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