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Mütter für Veränderung!

Ein angewandtes Forschungsprojekt mit dem Ziel, Mütter als neue Verbündete im Kampf gegen gewalttätigen Extremismus zu mobilisieren

Mütter für Veränderung! ist ein angewandtes Forschungsprojekt, das die Rolle von Frauen in De-Radikalisierungsprozessen untersucht. Frauen sind strategisch positioniert, im Zentrum ihrer Familien, wo sie als erste Resignation und Wut orten können. Sie sind der zentrale Ansatzpunkt eines Frühwarnsystems, sie können Alarm schlagen, wenn ihre Söhne, Töchter oder Ehemänner den falschen Weg einschlagen.
Auf dieselbe Weise wie terroristische Organisationen versuchen, latent vorhandene Neigungen bei Jugendlichen zu nutzen, versucht das vorgeschlagene Projekt, das Potential von Frauen innerhalb ihrer Familien zu identifizieren und positiv ein- und umzusetzen.

Zwei Fragestellungen stehen im Zentrum des Forschungsprojekts: Wie sehen Mütter ihre Rolle in Präventions- und De-Radikalisierungsprozessen und was benötigen sie, um tatsächlich einzugreifen, wenn sie das Gefühl haben, ihre Kinder oder Familienmitglieder rutschen in extremistische Gruppierungen ab?
Insgesamt werden 900 Frauen in den fünf Zielregionen Israel, Palästina, Nigeria, Pakistan und Nordirland mittels Interviews und Fragebogen befragt, um sowohl ihre tatsächliche als auch die von ihnen selbst empfundene Rolle in Präventions- und De-Radikalisierungsprozessen zu erfassen.
Dieses innovative Forschungsvorhaben stellt Frauen in den Mittelpunkt der aktuellen Diskussionen um Extremismus und Terrorismus, ein Thema, bei dem sie gewöhnlich nur eine passive und untergeordnete Rolle spielen.

Das dreiährige Projekt basiert auf zwei Stufen: In einer ersten Phase liegt der Fokus auf Forschung und Analyse, um top aktuelle Daten zu erhalten, die die Rolle von Frauen in (De)Radikalisierung widerspiegeln und Aufschluss darüber geben, wie Fundamentalismus und gewalttätiger Extremismus eingedämmt werden können. In der zweiten Projektphase werden auf Basis der Forschungsergebnisse Trainingsunterlagen für Workshops mit Müttern erstellt. Ziel ist es, bedarfsgerechte Strategien einzusetzen, damit Frauen mehr Einfluss auf ihre Familien, Politik und die Gesellschaft ausüben können.

Die drei Hauptergebnisse der Studie: a) Entwicklung einer Faktorenliste, die Aufschluss darüber gibt, warum Jugendliche in die Fallen von Radikalisierung tappen, b) neues Datenmaterial, das Aufschluss über die Rolle von Müttern in Präventions- und De-Radikalisierungsprozessen gibt, c) Aufbau von Müttergruppen, die mit De-Radikalisierungsstrategien arbeiten.

Stabilität und Sicherheit sind die wichtigsten sozialen und politischen Themen unserer Zeit. Mütter spielen eine zentrale Rolle in der aktiven Umsetzung von präventiven Maßnahmen auf einem individuellen Level. Die Einbeziehung von Frauen in die aktuelle Sicherheitsdebatte ist notwendig, um neue Visionen zu schaffen, neue Stimmen mit einzubeziehen und neue Strategien anzuwenden.

Der Kurzfim "Beyond Grief" zeigt, welch elementare Rolle Frauen und Mütter im Kampf gegen gewalttätigen Extremismus spielen können:


Das Forschungsprojekt wird vom Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung (FWF) finanziert (TRP112-G17).

 
 

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