Laufende Projekte

Mädchen - Connecting © Elisabeth Kasbauer / FoG

Connecting Women and Children for Hope ©Elisabeth Kasbauer/FoG

Das Ausmaß der Zerstörung in Tamil Nadu ist unbeschreiblich ©IWID

Indien - Connecting Women and Children for Hope!

Ein Tsunami-Hilfsprojekt in Chennai / Südindien

Das Ausmaß der Zerstörung oder der Verluste von Menschenleben, das die Flutwellen des Tsunami und das Erdbeben, die völlig unerwartet die Küstenbezirke von Tamil Nadu trafen, brachten, ist schwer zu beschreiben. Die Plötzlichkeit und Heftigkeit der Naturkatastrophe hinterließ 7980 Menschen tot und entwurzelte Hunderttausende andere. Der Tsunami hat zwar keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen gemacht, aber er führte zu gender-spezifischen Folgen, die sofortiger Aufmerksamkeit bedürfen. Während die patriarchalen Einstellungen die Frauen in ihrem normalen Leben schon benachteiligen, sind die Benachteiligungen der Frauen in dieser Katastrophensituation noch akuter. Die Art der Unterstützung der Regierung verstärkt diese Tendenz noch. So verteilt die Regierung Hilfsgüter etwa auf der Basis von Haushalts-Listen, die von den Gemeinden erstellt wurden, was dazu führt, dass viele Hilfsgüter die Frauen nicht erreichen. Alleinstehende Frauen und Haushalte, denen Frauen vorstehen, werden in diesen Listen nicht einmal aufgeführt, da die lokalen Führungspersonen aufgrund ihrer patriarchalen Einstellungen nur Männer als Haushaltsvorstände akzeptieren und andere Lebensformen ignorieren.


Gemeinsam mit Archana Kapoor und ihrer NGO "SMART" realisieren wir ein Projekt, das Frauen auf vielfältige Weise unterstützt. In zwei der betroffenen Fischerdörfer - Kokilimedu und Venpurusam - an der südindischen Küste werden Frauenkooperativen gegründet, denen Fischerboote und –netze zur Verfügung gestellt werden, die sie an die Fischer vermieten können. Gleichzeitig wird ein Community und Gesundheitszentrumfür jedes Dorf gebaut. Hier finden monatliche Workshops und Trainings zu verschiedenen Themen statt. Vor allem Gesundheit ist ein zentrales Thema. Weiters werden Jugendclubs gegründet, dreirädrige Kleintransporter gekauft, ein Autofahrtraining für Frauen organisiert und ein Spielplatz für die Kinder gebaut.


Erwartete Resultate:
- Frauen bekommen einen ausgeprägten Sinn für ihre eigene Identität
- Die Eigentümerschaft wird Wertschätzung erzeugen sowie ihre Verhandlungsposition in der persönlichen, sozialen und politischen Arena aufwerten
- Der Prozess der Formierung von Frauengruppen mit Eigentumsbestand und der daraus folgenden Partizipation in Entscheidungsprozessen wird Solidarität unter den Frauen erzeugen und langfristig den nötigen Freiraum schaffen, dass ihre Stimmen in sozialen, politischen und ökonomischen Fragen gehört werden. So nimmt dieser Prozess einen nachhaltigen positiven Einfluss auf ihre praktischen wie strategischen Interessen.
- Als Ergebnis der ausführlichen Dokumentation einiger ausgewählter Dorfgemeinschaften wird ein replizierbares und adaptierbares Konzept für die Entwicklung gender-sensitiver und sicherer Strukturen in traditionellen dörflichen Gemeinschaften erstellt. Somit wird dieses Projekt Modellcharakter haben und in vergleichbaren Katastrophensituationen anwendbar sein.


Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz gefördert.

Das Projekt wird außerdem unterstützt mit Mitteln aus dem Reinerlös der Nacht der Wiener Wirtschaft unter der Schirmherrschaft von Wiens Bürgermeister Dr. Michael Häupl am 5. Februar 2005. Herzlichen Dank! Mag. Ali Rahimi von Rahimi&Rahimi stellte einen Teppich zur Versteigerung für dieses Projekt zur Verfügung. Wir danken herzlich! Weiters danken wir für die großzügige finanzielle Unterstützung: Dem Verein „Künstler helfen Künstlern“ sowie den Österreichischen Lotterien.


Wir bitten um Ihre Spende für dieses wichtige Projekt!


Edit Schlaffer und Elisabeth Kasbauer waren Ende Juni 2005 vor Ort, um das Projekt zu starten. Noch im Juli 05 wurden Netze und  Autos gekauft, die Frauenkooperativen gebildet und mit dem Fahrtraining für Frauen begonnen. Die Gesundheitsworkshops, Jugendtrainings und eine anonyme Alkoholikergruppe starteten ihre monatlichen Aktivitäten Ende Juli 2005. Im Zuge einer Projektreise im Dezember 2005 hatte Elisabeth Kasbauer die Gelegenheit, ausführliche Interviews mit den DorfbewohnerInnen zu machen, das Projekt zu evaluieren und zu dokumentieren. Für einen kurzen Bericht dazu klicken Sie bitte hier.


In einem vorerst letzten Fieldtrip im Jänner 2007 haben Edit Schlaffer und Elisabeth Kasbauer das Projekt besucht. Bitte lesen Sie einen kurzen Bericht hier.


Das Tsunami Rehabilitationsprojekt wurde im Sommer 2007 beendet. Dank der großzügigen finanziellen Unterstützung des Bundesministeriums für Soziales und Konsumentenschutz konnten im Rahmen dieser Initiative nachhaltige Projekte in den beiden Fischerdörfern Venpurusham und Kokilimedu in Tamil Nadu initiiert werden.
Archana Kapoor, unsere Projektpartnerin, Filmemacherin und Medienfachfrau aus Neu Delhi, produzierte einen Film zum Projekt. „Life beyond Tsunami“ wurde in Anwesenheit von Bundesminister Dr. Buchinger am 8. Juni 2007 in Wien präsentiert. Die Film DVD können Sie bei uns bestellen!

Einen ausführlichen Projektbericht können Sie jederzeit bei uns anfordern: office@fauen-ohne-grenzen.org.

Bitte klicken sie auf die folgenden Links, um Berichte zum Projekt nachzulesen:
Wir werden gewinnen“, September 2006
Mit den indischen Frauen in einem Boot“, Jänner 2007
Lesen hier eine Reportage von Edit Schlaffer 3 Monate nach der Tsunami Katastrophe. „Zwischen Wasser und Land“ wurde im April 2005 im der österreichischen Wochenzeitung Profil publiziert.

 

 
 

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