Projekte

Muslimische Schülerinnen Wien © FoG

Österreich - Zusammen Leben Lernen

Ein Forschungsprojekt unter muslimischen und nicht muslimischen SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen in Österreich

Im Auftrag des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur führten wir zwei Forschungsprojekte durch: Gelebte Schulpartnerschaft: Für eine Kultur der Begegnung in der Schule. Interkulturelle Eltern-LehrerInnen Kooperation und Zusammen Leben Lernen in der Schule. SchülerInnen mit Migrationshintergrund in Österreich.

Ziel des Forschungsprojektes war es, zum einen die Lebensrealitäten von Schülerinnen und Schülern zwischen 14 und 18 Jahren mit muslimischem Migrationshintergrund in Österreich zu dokumentieren, Defizite und Vorurteile aufzudecken. Als Vergleichsgruppe wurden die gleichaltrigen Counterparts ohne muslimischen Migrationshintergrund befragt. In Einzelgesprächen und Gruppendiskussionen wurde eine Annäherung an die Lebenswelt der Jugendlichen unternommen.

Die leitenden Forschungsfragen: Wie sieht das soziale Umfeld der jungen Menschen aus? Wo positionieren sie sich selbst? Wie kommen sie mit ihren KlassenkameradInnen zurecht? Wie läuft die Schulinteraktion? Wo liegen die soziokulturell bedingten Unterschiede zwischen muslimischen SchülerInnen und jenen mit nicht-muslimischem Hintergrund? Wie gestalten sie ihren Alltag? Welche Rolle spielt Religion in ihrem alltäglichen Lebensverständnis und ihrer Wertewelt zu Hause und in der Öffentlichkeit? Welchen Einfluss haben die Eltern?

Der zweite Teil der Studie beschäftige sich mit der Interaktion zwischen Eltern von SchülerInnen mit Migrationshintergrund und deren LehrerInnen. Beiträge und Reportagen zum Thema interkulturelles Zusammenleben in der Schule und die Interaktion zwischen Bildungseinrichtungen und Eltern beherrschen seit geraumer Zeit die Diskussionen im öffentlichen Raum und auch im Bildungsbereich. Die Schule spielt eine immer größer werdende Rolle in der aktuellen Migrationsdiskussion. Dabei stehen nicht unbedingt die schulischen Leistungen im Vordergrund; vielmehr geht es um die Rolle der Schule in der aktuelle Migrationsdiskussion. Die Kommunikation zwischen LehrerInnen und Eltern von SchülerInnen mit Migrationshintergrund wird zunehmend als „Missing Link“ und kritischer Faktor für gelungenes Zusammenleben definiert.
Der Trend, dass Eltern von Kindern mit Mitgrationshintergrund weniger wahrscheinlich zu Elternsprechtagen und anderen Schulveranstaltungen kommen, zeichnet sich in Umfragen deutlich ab. Mütter sind häufig unsichtbar und damit nicht Ansprechpartnerinnen für den Schulalltag und Väter tendieren dazu, der Interaktion mit Lehrkräften, vor allem wenn sie weiblich sind, auszuweichen. Dieser Punkt ist ein kritisches Signal für die betroffenen Kinder hinsichtlich der Akzeptanz der Gleichstellung von Frauen. Lehrerinnen erleben sehen sich zeitweise mit männlichen Jugendlichen mit Migrationshintergrund konfrontiert, die sich machohaft in Szene setzen, ihr kritisches Frauenbild offen zeigen und insgesamt Probleme haben im Umgang mit weiblichen Gesprächspartnern.
Ziel der Studie war es, diese Probleme zu identifizieren, zu adresieren und Strategien für eine positive Bewältigung zu erarbeiten.

 
 

« Zurück zur ÜbersichtArtikel weiterleiten Artikel drucken