Häusliche Gewalt ist ein weltweites Problem, in Sansibar trauen sich viele Frauen nicht über Fälle häuslicher Gewalt sprechen, kulturelle Normen und soziale Tabus sowie fehlende Beratungseinrichtungen verhindern den enttabuisierten Umgang mit Gewalt gegen Frauen.
Die Folgen von häuslicher Gewalt sind schwerwiegend und wirken sich auf alle Lebensbereiche aus, von Familie über Freizeit bis Arbeitsplatz: Verletzungen, niedriges Selbstwertgefühl, Leistungsabfall und Tod sind Folgen von häuslicher Gewalt gegen Frauen.
Frauen ohne Grenzen baut in Zusammenarbeit mit der Organisation ZAYEDESA, gegründet von Sansibars First Lady, Shadya A. Karume, die erste anonyme Hotline für Opfer von häuslicher Gewalt auf.
Diese Einrichtung ist ein erster Schritt, um Gewalt gegen Frauen zu thematisieren und in weiterer Folge zu verringern, zudem ermöglicht sie das Sammeln von konkreten Daten.
Um professionelle psychologische und soziale Beratung sowie rechtliche Unterstützung für die Anruferinnen zu garantieren, werden zwei Mitarbeiterinnen in einem intensiven Dreitages Workshop trainiert und laufend fortgebildet. Zusätzlich wird einmal wöchentlich eine Rechtsanwältin für rechtliche Beratung zur Verfügung stehen.
Der Aufbau dieser Anti-Gewalt Hotline ist ein wichtiger Schritt für Sansibar und kann die Basis für ein erstes Frauenhaus auf der Insel sein. Gewalt gegen Frauen ist kein Privatproblem der Betroffenen, Gewalt gegen Frauen ist nicht mit männlicher Aggressivität oder kulturellen Praktiken zu entschuldigen, Gewalt gegen Frauen muss thematisiert und enttabuisiert werden.