Von Edit Schlaffer
This interview contains controversial ideas that we are sure will prompt discussion. Please leave comments on our blog: www.womenwithoutborders-save.blogspot.com
Ihr Sohn, Zacarias Moussaoui, war vermutlich als 20. Attentäter der Anschläge vom 11. September vorgesehen, wurde aber rechtzeitig verhaftet. Seine Mutter erzählt, wie 9/11 auch ihr Leben für immer veränderte.
Wegen seiner Verwicklung in das Terrorkomplott verurteilte ihn ein US-Gericht zu lebenslanger Haft.
Es war der erste Richterspruch gegen einen Beteiligten der Anschläge vom 11. September 2001. Anfang Mai 2006 verurteilte eine zwölfköpfige Jury in Alexandria bei Washington den marokkanisch-stämmigen Franzosen Zacarias Moussaoui zu lebenslanger Haft. Einer Todesstrafe war Moussaoui nur deshalb entgangen, weil die Geschworenen nicht einstimmig entschieden hatten – obwohl Moussaoui sich schuldig bekannt hatte, am 9/11-Komplott beteiligt gewesen zu sein.
Er hätte womöglich als 20. Attentäter ein Flugzeug ins Weiße Haus lenken sollen, wäre er nicht schon Wochen zuvor an einer US-Pilotenschule festgenommen worden, weil er als verdächtig aufgefallen war. Wenige Tage nach dem Urteil zog Moussaoui das Geständnis überraschend zurück und legte Berufung ein, scheiterte aber damit. Die Mutter des mutmaßlichen Terroristen, Aicha el-Wafi, wirft den USA vor, mit ihrem Sohn einen „Märtyrer“ geschaffen zu haben. Nach den Anschlägen vom 11. September suchte sie den Kontakt zu den Angehörigen der Opfer.
Sie wollten Ihren Sohn Zacarias Moussaoui wie einen perfekten französischen Staatsbürger erziehen. Warum ist er dennoch auf die falsche Bahn geraten, was ist schief gelaufen?
Aicha el-Wafi: Ich habe versucht, meinen Sohn korrekt zu erziehen und wollte ihm den Weg von Respekt und Toleranz zeigen. Zuerst lebte er ja auch wie ein französischer Staatsbürger, ging mit seinen Freunden aus, trank Alkohol und rauchte.
Wo hatte Zacarias erstmals Kontakt mit Extremisten?
Nicht in Frankreich, sondern in einer Moschee in Großbritannien, während seiner Studienzeit. Er war dort, um sein Englisch zu verbessern.
Haben Sie denn keine Warnsignale gesehen? Ab welchem Zeitpunkt kam Ihnen sein Verhalten verdächtig vor?
Warnsignale habe ich nie gesehen. Nachdem er nach Großbritannien gegangen war, kam er mich immer wieder besuchen. Da merkte ich, dass er sehr viel betete. Doch das ist ja nichts Ungewöhnliches für einen Muslim. Ich dachte auch, er betet für mich. Niemals hätte ich geglaubt, dass er sich mit Extremisten umgibt.
Sie sind als junge Frau – im Alter von 17 Jahren – nach Frankreich gekommen. Sie waren sehr fleißig, haben viel gelernt, um die beste Erziehung für Ihre Kinder sicherzustellen. Akzeptierte Zacarias das Frauenbild, das Sie repräsentierten – fest verankert in der französischen Kultur und dem täglichen Leben?
Ich bin im Jahr 1965 nach Frankreich gekommen, da war ich 17 Jahre alt und hatte schon zwei Kinder: meine beiden Töchter Nadia und Jamila. Meine Söhne kamen in Frankreich zur Welt. Es war eine sehr schwierige Zeit: Wir hatten keine Arbeit, nichts zu essen, und der Vater meiner Kinder schlug mich regelmäßig. Es ging mir sehr schlecht. Deswegen habe ich mein Leben selbst in die Hand genommen und den Mann verlassen, mit dem ich einfach nicht mehr leben konnte.
Und Ihre Kinder?
Als meine Kinder in die Schule gingen und ich sie dort abholte, wurden sie von ihren Klassenkollegen immer wieder gefragt, ob ich ihre Schwester sei. Sie waren stolz auf mich und respektierten mich; taten, was ich ihnen sagte. Das hat sich erst geändert, als sie das Haus verließen und an die Universität gingen: Insbesondere der Charakter meiner Söhne veränderte sich zusehends. Plötzlich wollten sie, dass ich mich verschleiere. Sie gingen auch nicht mehr aus, tranken keinen Alkohol und rauchten nicht. Ich wollte diese Veränderungen nicht akzeptieren. Meine Söhne wuchsen heran und veränderten sich, ich aber war schon erwachsen, veränderte mich nicht mehr.
Haben Sie Ihre Söhne denn niemals nach ihren Freunden gefragt?
In Frankreich hatten meine Kinder sogar israelische Freunde. Ich habe sie aber nie so genau danach gefragt, mit wem sie ihre Zeit verbringen. Als Zacarias an die Universität nach Großbritannien ging, wollte ich ihn besuchen. Er sagte mir, dass er dann ein Hotelzimmer buchen würde. Ich fragte ihn, warum – er hatte ja sein eigenes Appartement. In seiner Wohnung würden jetzt auch andere Leute leben, gab er mir zur Antwort, seine „Brüder”. Er sagte nicht „Freunde”, sondern „Brüder”. Das fand ich schon komisch, dachte aber, das wäre in Großbritannien eben so üblich. Ich besuchte meinen Sohn dann nicht, weil ich nicht in einem Hotelzimmer übernachten wollte. Richtig misstrauisch war ich aber auch nicht. Erst später wurde mir klar: Er bezeichnete die Islamisten als seine Brüder.
Und dann – haben Sie den Kontakt zu Ihrem Sohn gehalten?
Wir hatten jahrelang keinen Kontakt, doch als ich nach einem längeren Aufenthalt in Marokko nach Hause zurückkehrte, hatte ich plötzlich mehrere Nachrichten von Zacarias auf dem Anrufbeantworter. Er sagte immerzu „Mama, ich liebe dich” oder „Ich umarme dich.“
Am 13. September, zwei Tage nach den Anschlägen, reiste ich nach Großbritannien. Da gab es große Proteste vor den Moscheen. Ich war vollkommen schockiert, war das doch mein erster Kontakt mit Islamisten. Jeder kannte mich, wusste, dass ich die Mutter von Zacarias bin. Nur ich kannte niemanden.
Die Anschläge vom 11. September haben Ihr Leben für immer verändert. Doch auch die Sichtweise vieler Menschen aus der westlichen Welt gegenüber Muslimen hat sich verändert, weil Sie auf die Angehörigen der Opfer zugegangen sind. Was haben Sie bei diesen Treffen gelernt?
Ich habe die Familien in einer unglaublich schweren Zeit getroffen, als sie gerade einen geliebten Menschen verloren hatten. Ich habe diese schweren Zeiten mit ihnen geteilt und konnte vieles von ihnen lernen – ich hoffe, das gilt auch umgekehrt. Unser Schicksal ist ähnlich, eines aber unterscheidet uns: Mein Schmerz wird jeden Tag größer, denn ich weiß nicht, wie es meinem Sohn ergeht. Die Opferfamilien wissen wenigstens, wo ihre Angehörigen sind: Sie sind tot. Das Leid dieser Familien wird wohl mit der Zeit geringer. Doch Zacarias ist lebendig begraben, hat keinen Kontakt mit der Außenwelt. Ich habe jeden Tag Magenschmerzen, weil ich nicht weiß, wie es meinem Sohn ergeht. Es gibt so viele Fragen, die unbeantwortet bleiben. Das kann und will ich nicht akzeptieren.
Hat Ihr Sohn die Verurteilung Ihrer Meinung nach nicht verdient?
Ich will von der US-Regierung wissen, weshalb genau sie ihn anklagt. Ich denke natürlich an die Angehörigen und teile ihr Leid. Doch Zacarias ist nicht verdammt zum Tod, er ist verdammt zum Leben. Es ist furchtbar, dass er mit Islamisten verkehrte, aber er verkehrte nicht mit den Menschen, die diese schreckliche Tat begangen haben. Er wurde am 16. August 2001 wegen Visaproblemen verhaftet.
Zacarias wird sein Leben im Gefängnis fristen. Würde er akzeptieren, dass Sie ihn besuchen, was würden Sie sagen?
Ich kommuniziere seit fünf Jahren mit ihm, doch FBI-Agenten waren die ganze Zeit in seiner Nähe und lauschten dem Gespräch. Er konnte mir nicht sagen, wie er da hin kam, wo er jetzt ist. Ich bin mir sicher, er hätte es mir gesagt, wären wir allein gewesen. Doch vor den FBI-Leuten kann er nicht reden. So aber gibt es immer eine Barriere zwischen uns. Er sagt aber, er wird seine Briefe lesen.
Sie fordern Mütter in der ganzen Welt dazu auf, Gatekeeper (Personen, die aufgrund von Fähigkeiten oder Positionen die Möglichkeit haben, andere zu beeinflussen) zu sein. Kommunizieren Sie in Ihrer täglichen Arbeit mit Müttern, deren Söhne empfänglich für Extremismus sein könnten?
Meine Nachricht an alle Mütter und alle Eltern lautet, wachsam zu sein und Respekt und Toleranz zu zeigen. Es ist nicht leicht, Kinder zu haben. Wenn sie jung sind, sind sie mit uns, aber wenn sie älter werden, gehen sie und du weißt nicht, was sie tun. Es geht nicht um Schwarz oder Weiß, Juden, Araber oder Christen – respektieren müssen wir alle. Ich denke an alle Familien, die jemanden verloren haben. Doch mein Schmerz wird täglich schlimmer. Mein Sohn ist lebendig begraben.
Die Interviewerin, Edit Schlaffer, ist Gründerin von „Frauen ohne Grenzen“ und SAVE (Sisters Against Violent Extremism) Übersetzung: Elaine Hargrove, Anna Gabriel
Medium: Die Presse
Gastkommentar. Am Beispiel einer indisch-pakistanischen Frauenrunde: Wie der Dialog zur Überwindung von Isolierung und Extremismus beitragen kann.
Verständnis, Versöhnung, Vergebung, Kompromisse und Ideale: Das sind Begriffe, die wir nicht ad hoc mit den Verhandlern auf dem Parkett der internationalen Politik assoziieren. Warum eigentlich nicht?
Die Antwort ist erschreckend einfach: Die damit verknüpften Eigenschaften sind nicht sehr männlich, und die Realpolitik funktioniert – noch – nach den Gesetzmäßigkeiten von Macht und Herrschaft. Die Gruppenbilder mit Dame bei internationalen Gipfeltreffen sollten uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch immer die eiserne Übereinkunft gilt: kein Platz am Tisch der Männer.
Das mag zwar ungerecht sein, wäre aber nicht weiter irritierend, wenn wir unsere Zukunftsgestaltung in sicheren Händen wüssten. Wir leben weltweit in einem Klima der Bedrohung, das durch eine seltsame Paradoxie in Balance gehalten wird: Entschlossen stehen sich staatliche und nichtstaatliche Akteure gegenüber, bewaffnet, bestenfalls misstrauisch, oft hassend, bestenfalls auf Verteidigung, oft auf Vernichtung aus.
Dieser Weg ist archaisch und destruktiv und war bisher männlich dominiert. Doch die globalen politischen und auch die Geschlechter-Machtverhältnisse sind gewaltig ins Rutschen gekommen. Zunehmend sind Frauen entschlossen mitzumachen, nicht in der bisherigen verhängnisvollen Weise einfach das Weltgeschehen an sich vorbeirollen zu lassen und sich – schlimmstenfalls – als Opfer von Ausschreitungen, Übergriffen und Kriegen wiederzufinden.
Reise nach Bombay
Frauen haben das Potenzial, eine neue Bewegung anzuführen, die sich darauf spezialisiert, mit „der anderen Seite“ Kontakt aufzunehmen, genau hinzuschauen, wie der Feind beschaffen ist, was ihn antreibt, wie er gezähmt werden kann. Ein aktuelles Beispiel ist der mutige Dialog einer Gruppe von indischen und pakistanischen Frauen, die sich entschlossen haben, ausgerechnet während des Gedenkens an die Anschläge auf Bombay (Mumbai) sich im dortigen Taj Hotel zu treffen, um neue Wege in ein künftiges Zusammenleben ihrer Länder über die verhärteten Grenzlinien hinweg zu erarbeiten und zu erstreiten.
Deshalb reiste Ende November eine Delegation aus Islamabad nach Mumbai, um gemeinsam Strategien für einen aktionsorientierten Dialog zu entwickeln. Diese Reise nach einem halben Jahrhundert der von gewaltsamen Ausschreitungen begleiteten Trennung und der nuklearen Hochrüstung beider Seiten war nicht einfach. Dennoch haben sich die Frauen entschlossen, den ersten Schritt zu wagen: einen Dialog zu führen und nicht in die alten Fallen zu tappen.
Den Terror ansprechen
Die Gruppe wurde von Save, der ersten weltweiten weiblichen Antiterrorplattform, zusammengeführt. Das, was auf beiden Seiten passiert, beim Namen zu nennen, den Terror anzusprechen, aber nicht Schuldzuweisungen auszusprechen, sondern den emotionalen Durchbruch im Blick zu haben war die Übereinkunft.
Die Organisatorin auf der indischen Seite schlug vor, gemeinsam den Terrorpfad zu gehen. Die Frauen starteten beim Gateway of India, wo im November 2008 die Terroristen mit Booten gelandet waren, gingen weiter zum „Café Leopold“. Von dort ging es zum „Cama Albless Hospital“, wo sie mit der jungen Witwe aus Pakistan, die ihren Mann bei einem Anschlag im Swat Valley verloren hat, vor der Mauer am Spitalseingang standen, die noch von Schusslöchern durchsiebt ist.
Hier war Ashok Kamtes, ein indischer Polizeioffizier, auf Ajmal Kasab, einen jungen pakistanischen Terroristen gestoßen. Ashok konnte Kasab zwar anschießen, bezahlte seinen Einsatz aber mit dem Leben. Vinita, seine junge Witwe, ist ebenfalls Teil des Frauendialogs
Die beiden Frauen haben wenige schicksalhafte Momente zusammengeführt: Schüsse, die im fernen Pakistan gefallen sind, und Schüsse hier bei einem Krankenhaus in Bombay. Das Etikett Opfer passt auf diese dynamischen Frauen nicht. Ja, sie sind durch Trauer und Verzweiflung gegangen, aber nun sind sie zusammengekommen, um über Wege aus den Niederungen des Terrors, der gegenseitigen Stigmatisierung und Diffamierung zu sprechen.
„Wer Frieden will...“
Der Versuch, die Angst vor „der anderen Seite“ zu überwinden, offen das Trennende anzusprechen und vorsichtig das Terrain für gemeinsame Aktivitäten abzustecken, ist gelungen. Bei einem neuerlichen Zusammentreffen morgen in Wien geht es um konkrete Schritte: wie Dialog zur Überwindung von Isolierung und gewalttätigem Extremismus genutzt werden kann.
Frauen sind dafür perfekt positioniert in ihren Gesellschaften. Denn sie spielen in den Familien, im Bildungsbereich und im Alltag eine zentrale Rolle, die es ihnen ermöglicht, Unzufriedenheit und Frustration zu orten und mit adäquaten Mitteln gegenzusteuern.
Hillary Clinton hat Entwicklung als zentralen Pfeiler der globalen Sicherheitsarchitektur bezeichnet. Armut, Ausbeutung, Korruption und Herrschaft der Eliten führen zu Widerstand, der aber nicht lange friedlich bleibt. Folgen sind Aufstand und Aufrüstung der Militärs, der herrschenden Eliten und religiösen Fundamentalisten.
Bertha von Suttner, die erste Frau, die den Friedensnobelpreis gewonnen hat, hat uns einen klaren Auftrag hinterlassen: Wer Frieden will, darf nicht schweigen.
Medium: Die Presse
Am 4.10.2010 war SAVE eingeladen, vor 750 Gästen über ihre Strategien zu präsentieren, warum Frauen besonders geeignet sind in ihrem Umfeld gegen die Ideen von gewalttätigem Extremismus zu mobilisieren.
Frauen gegen Terror
Die Idee der Smart Power müsse weiter befördert werden, damit die Hetze weniger Platz habe, sagt Edith Schlaffer - Nur so könne es zu einer stärkeren Kultur des Optimismus kommen.
Die Chancen, sich zivilgesellschaftlich zu beteiligen, seien heute größer denn je, sagt Edith Schlaffer, Vorsitzende der Organisation Frauen ohne Grenzen. 2008 hat sie die erste weibliche Anti-Terror-Plattform Save (Sisters Against Violent Extremism) gegründet. "Weil Frauen nah am Geschehen sind, aber dort kaum über die notwendigen Mittel verfügen", lautet die Motivation. Save versteht sich als Thinktank, der mit Organisationen vor Ort eng zusammenarbeitet. Wegen ihres Engagements wurde sie zu einer der 21 Leaders of the 21st Century gekürt. Gerade weil es uns gutgehe, hätten wir eine moralische Verpflichtung dazu, und die sei unteilbar, sagt Schlaffer.
Gleichzeitig macht sie sich stark für eine Kultur des Optimismus. "Nicht vorbehaltlos", wie sie sagt, aber ohne Hetze. Dafür müsse das moderate Potenzial der Gesellschaft lauter hörbar werden. Denn nur wenn die Zähmung der Wildnis in jedem selbst gelinge, könne die Welt besser werden. "Ich glaube nicht an das Gute in der Welt per se, aber ich glaube, dass wir die Welt besser machen können", ergänzt sie.
Dafür sei es auch notwendig, keine Angst vor Veränderungen zu haben und mit mehr Optimismus negativen Strömungen entgegenzuwirken. "Denn jeder Tag kann besser sein als der Tag davor." (ost, DER STANDARD, Printausgabe 09./10.10.2010)
Medium: Der Standard
Ein Plädoyer für eine Politik des emotionalen Durchbruchs
Gastkommentar von Edit Schlaffer, Die Presse, 9. April 2010
Medium: Die Presse
Nadia al Sakkaf, Jemen, ist in einem männerdominierten Land die einzige Chefredakteurin. Der Jemen sei vor Al Kaida zu retten, meint sie. Ein Gespräch mit Livia Klingl.
Medium: Kurier
Frauenorgansationen wollen Extremismus und Terrorismus die Stirn bieten. SAVE in der Tageszeitung "Die Presse"
Medium: Die Presse
Über die zweite Globale SAVE Konferenz im Februar 2010 in Wien.
Medium: Kurier
Anmerkungen zum internationalen Frauentag im Kontext der Terrorprävention: Eine globale Mütterbewegung gegen den gewalttätigen Extremismus kämpft für eine neue Friedensarchitektur. Ein Kommentar der Anderen von Edit Schlaffer
Medium: Der Standard
derstandard.at/1267743429062/Kommentar-der-Anderen-Frauen-als-Fruehwarnsystem
Im Schatten der Unterdrückung entsteht in Saudi Arabien eine neue Schicht gebildeter junger Frauen, die künftig viele Traditionen aufweichen könnten. Eine Studie sammelte Stimmen einer Generation im Aufbruch.
Medium: Der Standard
Die Sozialwissenschafterinwurde für ihre Anti-Terrorplattform "SAVE-Sisters Against Violent Extremism" zu einer der "21 Leaders of the 21st Century" gekürt
Medium: dieStandard
diestandard.at/1266279037850/Edit-Schlaffer-Grosse-Leistung-in-kleinen-Schritten
Die Soziologin und Feministin Edit Schlaffer erklärt, wie sie sich die ideale Partnerschaft zwischen Mann und Frau vorstellt, warum Kinder Orientierung und keine ängstlichen Eltern brauchen, weshalb Konflikte der Motor für Veränderungen sind und wie sie zwischen Jemen und Indien den Terrorismus an der Wurzel packt: in den Familien.
Medium: Die Presse am Sonntag
diepresse.com/home/leben/mensch/539556/index.do?from=suche.intern.portal
Ein Gastkommentar von Edit Schlaffer in der österreichischen Tageszeitung "Die Presse"
Medium: Die Presse
Neha Bhayana, Hindustan Times
Mumbai, November 24, 2009
Am 26. November vor einem Jahr wurden 166 Menschen bei einer Terrorserie in Mumbai getötet. Frauen ohne Grenzen, eine internationale Forschungs- und Lobbying Organisation, reiste nach Mumbai, um vor Ort Opfer und Überlebende zu treffen. Die Sozialwissenschaftlerin Dr. Edit Schlaffer, die Frauen ohne Grenzen 2002 in Österreich gründete, sprach mit Hindustan Times über ihre Pläne Frauen, Studierende und Opfer der Anschläge zu versammeln, um den Terror zu bekämpfen.
Warum sind Sie nach Mumbai gekommen?
Vor einem Jahr – als die Terroranschläge in Mumbai begannen - haben wir in Wien die Frauen-Anti-Terror Plattform „Sisters Against Violent Extremism“ gegründet. Damals beschlossen wir, dass wir nach Mumbai kommen würden, um mit den Überlebenden zu sprechen und über die Folgen des Terrors informieren.
Terror-Anschläge betreffen Frauen und Männer gleichsam. Warum glauben Sie, dass gerade Frauen eine wichtige Rolle im Kampf gegen Terror spielen sollten?
Frauen sind als Mütter und Erzieherinnen tiefer in den Gemeinschaften verwurzelt. Sie sind die wahren Autoritäten an der Basis und können die junge Generation erreichen. Wir haben mit vielen Müttern von Jihadis gesprochen. Die meisten von ihnen sahen kommen, dass ihre Söhne in die Fallen extremistischer Ideologien tappten, aber wollten es entweder nicht wahrhaben oder wussten nicht, was sie dagegen tun könnten. Frauen sollten Alarm schlagen, wenn sie merken, dass ihre Söhne, Männer und andere Familienmitglieder sich in extremistischen Ideologien verfangen.
Sind die Maßnahmen, die Indien zur Terrorismusbekämpfung setzt, Ihrer Meinung nach ausreichend?
Diese Anti-Terror-Maßnahmen betrachten das Problem von der falschen Seite. Ich denke, die Zivilgesellschaft muss sich mit der eigentlichen Ursache für Terrorismus befassen. Wir müssen erkennen, dass es Gefühle wie Diskriminierung, Entfremdung und Wut sind, die diese jungen Menschen für die falschen Botschaften extremistischer Gruppen empfänglich machen.
Was raten Sie den Überlebenden und den Angehörigen der Opfer vom 26. November?
Die Opfer der Terroranschläge in Indien sind vollkommen isoliert. Jeder und jede ist völlig auf sich selbst gestellt. Ich denke, sie müssen sich gegenseitig organisieren. Die Familien der 9/11 Opfer sind gut miteinander vernetzt. Dadurch sind sie eine wichtige Stimme in der US-amerikanischen Politik geworden.
Wie soll die Involvierung der Opfer gegen Terror helfen?
Wir brauchen die Stimmen dieser Menschen, die diese Tragödie erlebt haben, um die jungen Menschen zu erreichen. Wir brauchen ihre Geschichte, um die Terroristen direkt anzusprechen: Was bringt es, wenn sie die Menschen, die sie lieben, töten?
Was für Projekte plant Ihre Organisation in Indien?
Wir haben bereits die Kampagne „Students Against Violent Extremism“ in Lucknow und in einigen Schulen in Delhi gestartet. Die StudentInnen haben sich verpflichtet zu handeln, wenn sie sehen, dass ein/e FreundIn in in die falsche Richtung abdriftet.
Medium: Hindustan Times
Ende Jänner, Anfang Februar 2009 wurde SAVE - Sisters Against Violent Extremism, die erste weibliche anti-Terror Plattform, die Frauen ohne Grenzen im Dezember 08 in Wien gründete, in Indien gestartet: in New Delhi, Mumbai und Lucknow. Bitte klicken Sie hier, um eine Auswahl der erschienenen Artikel zu lesen.
Edit Schlaffer in einem Porträt über die Arbeit von Frauen ohne Grenzen und SAVE.
Medium: Kurier
Medium: BBC Worldservice
Medium: Die Presse
Medium: dieStandard
Ein Artikel von Mehru Jaffer, Frauen ohne Grenzen Team Mitglied, zur Konferenz "Muslims and the West: Living together - but how?", veröffentlicht in Kashmir Times.
Medium: Kashmir Times
www.southasianmedia.net/index_opinion.cfm?category=women&country=india#Faith%20in%20harmony
Ein Interview mit Ed Husain
Medium: Die Presse
www.diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/339135/index.do
Ein Artikel über die Arbeit von Frauen ohne Grenzen in Saudi Arabien.
Medium: The Saudi Gazette
Ein Runder Tisch im Kurier mit Edit Schlaffer, Anita Pratap, Phyllis Rodriguez und Aicha el Wafi.
Medium: Kurier
Phyllis Rodriguez und Aicha el Wafi
Medium: Die Presse
www.diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/298863/index.do
Saudi Arabien - Rania al Baz
Medium: Kurier
Medium: Salzburger Nachrichten
Medium: Die Presse
Präsidentin des Irakischen Frauenrats, Radja al Khuzai, ist zu Gast in Wien: Auch sie selber verlasse kaum noch ihr Haus
Wien - Die IrakerInnen können sich selbst viel besser schützen, als die AmerikanerInnen den Irak zu schützen vermögen, sagte die irakische Parlamentarierin und Frauenrechtsaktivistin Radja al Khuzai auf einer von "Frauen ohne Grenzen" organisierten Pressekonferenz am Mittwoch in Wien. Voraussetzung sei aber, dass die irakische Armee und Polizei entsprechend ausgebildet und ausgerüstet werde, so die Ärztin, die 2004 für den Friedensnobelpreis nominiert worden war.
PolizistInnen als Zielscheibe
Die Terroristen und Kriminellen seien im Irak sehr viel besser ausgebildet und bewaffnet als die Armee und Polizei. Dies mache das Durchgreifen der Polizei und Armee nahezu unmöglich und lasse PolizistInnen und SoldatInnen täglich zu einer Zielscheibe der Terroristen werden, so al Khuzai. Von den multinationalen Streitkräften im Irak forderte al Khuzai einen konkreten Zeitplan für einen schrittweisen Rückzug. Außerdem sollen sie mehr Druck auf die Nachbarländer vor allem im Süden und Westen des Irak ausüben, da diese sich in die Angelegenheiten des Irak einmischen würden.
Irak kann nicht "wegziehen"
Laut al Khuzai hat die irakische Regierung nun begonnen, "das Richtige zu tun" und die diplomatischen Beziehungen mit den Nachbarländern wieder aufzunehmen. Der Irak könne schließlich "nicht wegziehen" und gute Beziehungen zum Iran, zu Syrien und der Türkei seien "grundlegend", so die Politikerin. Mit Jordanien habe man gute Beziehungen, müsse aber weiter daran arbeiten, da ein Teil der Terroristen aus Jordanien einsickere. Über eine Konferenz der betreffenden Länder, die dieses Wochenende in Teheran stattfindet, meinte sie, dass die Länder "endlich aufgewacht seien" und erkannt hätten, dass "Terrorismus ansteckend sei". Denn wenn der Irak instabil sei, würde sich das auch auf die Stabilität der Nachbarländer auswirken. Neben dem Terrorismus müsse auch der Drogenschmuggel durch eine bessere Überwachung der Grenzen eingedämmt werden, sagte al Khuzai. Zur Zeit würden Tonnen von Drogen von Afghanistan über den Iran in den Irak gelangen, dieses Problem habe man vorher nie gehabt.
Massenentführungen
Während die Entführung von Einzelpersonen im Irak an der Tagesordnung sei, würden nun auch Massenentführungen vorkommen, sagte die Politikerin. Im Schnitt stürben täglich hundert IrakerInnen an den Folgen von Gewalt. Es gebe eine "dritte Gruppierung" im Irak, die Interesse daran habe, das Land ins Chaos zu stürzen. Dies könnten die Getreuen des ehemaligen irakischen Machthabers Saddam Hussein sein oder aber ein Nachbarland, erläuterte Al Khuzai. Diese Gruppierung wolle den Irak als ein "verbranntes Land". Typisches Merkmal dafür sei die Ausblutung der intellektuellen Schicht im Land.
Todesurteil vollstrecken
Für die irakische Regierung sei Saddam Hussein als Symbol für seine AnhängerInnen ein Unsicherheitsfaktor, daher müsse das Todesurteil vollstreckt werden, erklärte al Khuzai. Auch die Mehrheit der irakischen Bevölkerung wolle ihn hängen sehen.
60 Bodyguards
Besonders Frauen, die sich in irgendeiner Weise engagierten, seien potenzielle Opfer, so die Politikerin, die Präsidentin des irakischen Frauenrats ist. Politikerinnen, Journalistinnen und Universitätsprofessorinnen werden ermordet, sagte Al Khuzai. Auch sie selber gehe kaum noch aus dem Haus. Sie habe mit zwölf Bodyguards begonnen und sei nun bei sechzig angelangt. Eine ihrer Kolleginnen sei bereits ermordet worden. "Dennoch ist das, was wir jetzt haben, viel besser, als das, was wir davor hatten", ist Al Khuzai überzeugt, jeder schlimme Anfang müsse auch ein Ende haben. (APA)
Medium: dieSTandard.at
Medium: Ö1 Mittagsjournal
Medium: Wiener Zeitung
www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3940&Alias=wzo&cob=236887
Medium: The Whitehouse
www.whitehouse.gov/news/releases/2006/06/images/20060621-6_p062106sc-0090-515h.html
Medium: Die Standard
Ein Artikel von Mehru Jaffer über das FoG-Projekt "Irak - Jugendliche zwischen Horror und Hoffnung".
Medium: Women´s Feature Service
Edit Schlaffer im Brigitte-Interview zum Thema junge Frauen.
Medium: Brigitte
Edit Schlaffer im Inerview mit Ina Weber/Wiener Zeitung.
Medium: Wiener Zeitung
Edit Schlaffer im Presse-Interview zum Thema Buben.
Medium: Die Presse
Medium: newKerala.com
Medium: DNA Daily News&Analysis
Elke Reicht, eine der Schwimmtrainerinnen im Rahmen des "Indien: Women Swimming into the Future" Projektes, über die Initiative.
Medium: Vorarlberger Nachrichten
Hedwig Weirer, eine der Schwimmtrainerinnen im Rahmen von "Indien - Women swimming into the Future!" über das Projekt.
Medium: Murtaler Zeitung
Ein Bericht über das Schwimmprojekt in Südindien im Februar 2006.
Medium: Profil
Ein Artikel über "Indien - Women Swimming into the Future!", ein Pilotprojekt in der südindischen Tsunamiregion.
Medium: The Hindu
Ein Bericht über das Frauen ohne Grenzen Fußballprojekt in Ruanda. Mädchen kicken für die Versöhnung.
Medium: Kurier
Edit Schlaffer im Interview mit Paul Rusesabagina / Ruanda. Er rettete während des Genozid 1994 hunderten Menschen das Leben.
Medium: Profil
Eine Reportage von Edit Schlaffer drei Monate nach dem Tsunami in Südindien.
Medium: Profil
Ein Bericht zum Start des Projektes "Connecting Women and Children for Hope!" in der sündindischen Tsunami Region.
Medium: Wiener Zeitung
Ein Gastkommentar von Edit Schlaffer in der PRESSE.
Medium: Die Presse
Ein Bericht über die Aktivitäten von Frauen ohne Grenzen.
Medium: Extradienst
Ruanda - 160 Mädchen kicken seit Sommer 2005 in Kigali.
Ein Bericht in ega News.
Medium: ega News
Ein Porträt von Edit Schlaffer und Frauen ohne Grenzen in der FURCHE, Dezember 2005.
Medium: Die Furche
Es gibt kein Zurück.
Meinung zum Tag. Edit Schlaffer in Die Presse, 7.3.2005.
Medium: Die Presse
Ein Bericht über das Projekt "Women swimming into the Future!" in der Wiener Zeitung, März 2006.
Medium: Wiener Zeitung