Aussendungen

SAVE Sisters feiern den 100. Geburtstag des Internationalen Frauentags

Liebe Frauen ohne Grenzen, liebe SAVE Sisters, liebe FreundInnen,

wir blicken zurück auf 100 Jahre Einsatz der Frauen, um die Welt zu einem besseren Ort für alle zu machen – für Frauen, Männer und Kinder. Es war ohne Zweifel ein harter Kampf und die Reise ist noch lange nicht zu Ende. Frauen haben die wichtigste Bewegung des 20. Jahrhunderts aufgebaut, haben die Art, wie wir in den Familien, Gemeinschaften und im öffentlichen Bereich zusammen leben, geprägt und verändert.

Frauen haben längst bewiesen, dass sie moralische Autorität besitzen – Korruption ist dann am niedrigsten, wenn Frauen in Entscheidungsprozesse mit eingebunden sind, Regierungen werden meist dann verantwortungsbewusster geführt, wenn Frauen an der Spitze stehen und eine Zivilgesellschaft, die von Frauen geleitet wird, fordert Despoten heraus. Diese globale weibliche Energie wird zu einem positiven Wandel beitragen. Frauen ohne Grenzen ist stolz, Teil dieser aufregenden Entwicklung zu sein.

Wir möchten Ihnen das neue SAVE Zeitzeuginnen Projekt präsentieren, das mit dem Aufbau von einem Netzwerk aus AugenzeugInnen auf die tragischen Auswirkungen von Terroranschlägen reagiert. Die ZeugInnen sind alternative Rollenmodele für die junge Generation. Durch das Teilen ihrer Geschichten propagieren sie Versöhnung statt Revanche. Das globale SAVE Netzwerk baut neue Wege für die junge Generation aus, damit sie Zugang zu Testimonials hat, die die Konsequenzen von Terrorismus ertragen müssen. Sie sollen den Jugendlichen die Realität vor Augen führen, ihnen die Gefahren extremistischer Ideologien bewusst machen. Frauen als Mütter, Erzieherinnen, Journalistinnen und Aktivistinnen werden diese SAVE Anti-Extremismus Bildungskampagne realisieren. Dieses SAVE Projekt will unmittelbar auf terroristische Anschläge weltweit reagieren und nicht erst Jahre nach den Geschehnissen mit Bildungskampagnen beginnen.

Wir wünschen Ihnen einen fröhlichen Internationalen Frauentag und gratulieren Ihnen, dass Sie Stellung beziehen – in ihrem privaten Leben und für die Förderung der Frauen rundum Sie. Lassen Sie uns eines nicht vergessen: Das Persönliche ist politisch!

Mit den besten Wünschen aus Wien,

Edit Schlaffer und das Frauen ohne Grenzen / SAVE Team


Unsere SAVE Sisters feiern den 100. Geburtstag des Internationalen Frauentags:

Am 100. Geburtstag des Internationalen Frauentags ist es wichtig, an die Millionen von Frauen weltweit zu denken, die noch immer durch Krieg und Konflikte diskriminiert und benachteiligt werden. Ich hoffe, dass wir durch die Partnerschaft mit Frauen ohne Grenzen / SAVE dazu beitragen können, Frauen als Agentinnen für Wandel mit einzubeziehen, genauso wie es unsere Schwestern vor 100 Jahren gemacht haben. In Nordirland werden wir weiterhin Frauen durch Bildungs- und Bewusstseinsbildungsprojekte unterstützen, damit dieses Ethos noch ewig weiter existiert.
- May de Silva, Nordirland


Morgen, am 8. März, werden Frauen weltweit den 100. Internationalen Frauentag feiern. Im Jemen wird der Tag auch gefeiert werden und wir werden die Veranstaltungen besuchen, die organisiert werden. Aber dieses Jahr ist alles anders hier. Der Jemen erlebt gerade eine Phase historischen und kritischen Umbruchs. Die JemenitInnen sind in Alarmbereitschaft, die Welle des Umbruchs ist aus Tunesien und Ägypten zu uns geschwappt. Wie in den anderen Ländern des Nahen Ostens sind auch hier die jungen Menschen die treibenden Kräfte dieser neuen Revolutionen. Die Proteste im Yemen (in Sana´a, Taiz, Aden und anderen Städten) finden zweimal täglich statt und ProtestantInnen haben auf den Hauptplätzen dieser Städte ihre Camps aufgeschlagen. In so einer Atmosphäre gibt es nicht viel zu sagen zum 8. März. Es macht mich traurig, dass die Mehrheit der benachteiligten Frauen im Jemen den 8. März nicht feiert. Es macht mich traurig, dass an den Veranstaltungen nur die paar gebildeten, elitären Frauen teilnehmen. Es werden keinesfalls alle jemenitischen Frauen repräsentiert.

Die Mehrheit der jemenitischen Frauen kann weder lesen noch schreiben und lebt in ländlichen Gebieten. Sie haben weniger Zugang zu Medien und sind schlechter vernetzt. Diese Frauen werden den 8. März nicht feiern, sie haben einfach noch nie davon gehört und es sagt ihnen auch nichts. Sie wären ziemlich überrascht, wenn sie hören würden, dass der 8. März in einigen Ländern ein nationaler Feiertag ist. Ich finde es so traurig, dass diese Frauen noch immer unter so schlechten Umständen leben müssen. Sie sind so verletzlich, weil sie keinen Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung haben und weil es für sie nicht möglich ist, wirtschaftlich unabhängig und politisch und sozial gestärkt zu werden. Wir könnten zum Beispiel in irgendein jemenitisches Dorf gehen und einen Tag mit diesen schwer arbeitenden Frauen leben, sie ehren und ihnen Anerkennung entgegen bringen. Ich wünsche mir, dass es eines Tages gelingt, am 8. März die Jemenitinnen mit Frauen aus aller Welt zu verbinden, sodass sie schon ganz ungeduldig diesem Tag entgegenfiebern. Wird dieser Tag jemals kommen?
- Fahmia al-Fotih, SAVE Yemen Koordinatorin

Bitte klicken Sie auf diesem Link, um das Statement aus dem Jemen zu lesen.

Als Journalistin und Aktivistin habe ich in den letzten Jahren so viele Geschichten von Frauen im Jemen gehört, deren Leben so viel besser verlaufen wäre, wenn sie Alternativen gehabt hätten. „Ich wusste nicht, an wen ich mich wenden sollte“, „Ich dachte nicht, dass ich eine Wahl hätte“, „Sie haben mir gesagt, meine Meinung wäre nicht wichtig“, „Ich war zu schwach, um zu protestieren“, diese und ähnliche Aussagen höre ich ständig. Diese Frauen müssen wissen, dass sie nicht alleine sind und dass sie das Recht auf eine bessere Behandlung, Unterstützung und ein würdiges Leben haben. Frauen und Kinder leiden unter Konflikten am meisten. Sie sind die ersten, die sich aufopfern und diejenigen, die von Tragödien am härtesten betroffen sind. Aber sie sind auch diejenigen, die wieder alles zusammen kitten und die die Kraft finden, Familien und Gesellschaften nach einem Desaster wieder aufzubauen. Frauen als Quelle für Stärke zu nutzen ist für jede Gesellschaft der sichere Weg zu Fortschritt und Stabilität. Derzeit erlebt der Jemen politische Instabilität, die Welle des Wandels schwappt über die gesamte Region. Erstaunlicherweise sind es viele Frauen, die, gemeinsam mit Männern, diesen Wandel einleiten. Immer schon wurde Politik von Männern gemacht und Siege wurden von Männern verhandelt. Gerade jetzt müssen wir aber besonders auf die Frauen achten und sie in die Entscheidungen einbeziehen, die die Zukunft des Landes bestimmen. Wir müssen Frauen stärken und sie in die Entscheidungsprozesse einbeziehen, damit sie wissen, dass sie eine Alternative haben und dass ihre Meinungen zählen.
- Nadia Al-Saqqaf, Yemen

Indische Frauen sind artikuliert, stark und sie können sich durchsetzen. Ihre Stimme wird gehört, sowohl zu Hause als auch im indischen Parlament. Mehr und mehr sind sie die Anführerinnen zivilgesellschaftlicher Bewegungen, die für Gerechtigkeit eintreten. Ihre Präsenz und ihre aktive Teilnahme an diesen Bewegungen zeigen, dass sie mehr und mehr über die Themen informiert sind, die für Konflikte in der indischen Gesellschaft sorgen. Ob Kaschmir oder die Konfliktzonen im Nordosten, Frauen sind aktiv in die Friedensprozesse dieser Regionen involviert. Frauen sind diejenigen, die am meisten leiden, wenn blutige Anschläge passieren oder es Ausgangssperren gibt. Die Stimmen unserer Sisters aus unterschiedlichen Teilen des Landes werden lauter und stärker und sie kämpfen gegen jede Form von Ungerechtigkeit und gewalttätigem Extremismus. Es ist wichtig, dass Frauen an sich selbst glauben und sich bewusst sind, dass sie etwas verändern können. Frauen müssen sich zusammentun und auf die Straße gehen, egal ob in Kaschmir oder Kairo. Es ist an der Zeit, das Steuer zu übernehmen. SAVE Indien hilft Frauen, genau das zu tun.

Anlässlich des Internationalen Frauentages möchte ich all den Frauen gratulieren, die den Mut hatten, ihre Stimmen gegen die Tyrannen der arabischen Welt zu erheben. Ich hoffe, dass die Bemühungen von SAVE bald Wirkung gegen jene zeigen, die extremistische Ideologien und Angst durch Terrorakte verbreiten.
- Archana Kapoor, Indien

Die Frauen, die mit ihrem Schmerz umgehen können, können mit allem umgehen. Ich als Frau, als Mutter und als Schwester glaube, dass ich die Kraft habe, die Situation mit meiner Menschlichkeit und meiner Stärke zu verändern. Ich glaube an meine Stimme. Meine Stimme kann überall gehört werden; sie fordert eine sichere Zukunft für meine Kinder und meine Nation. Glauben Sie einfach an sich selbst.
- Siham Abu Awwad, Palästina

Mein Name ist Moira Jilani und ich lebe in Jerusalem. Mein geliebter Ehemann und bester Freund, er lebe in Frieden, ist der Grund dafür, warum ich diese monotheistische Stadt als mein zuhause betrachte. Auch wenn es einer der schwierigsten Orte der Welt zum Leben ist, ist es gleichzeitig auch der honorierteste. Die Frauen von Palästina haben mir in den letzten Jahren so viel Kraft gegeben, ohne es zu wissen. Diese zwei Zitate erinnern mich an die Kraft der palästinensischen Frauen:
„Eine Frau trägt ihre Tränen wie Schmuck“ – unbekannte Autorin
„Eines müssen Frauen nun lernen: niemand gibt Ihnen Kraft. Nehmen Sie sie einfach.“ – Rosanne Barr
- Moira Jilani, Palästina

Es ist an der Zeit für uns, zu verstehen, dass Mütter Teil der Lösung sein müssen und nicht als Pfand für die Machthaber eingelöst werden. Es ist an der Zeit für uns, den Wert des menschlichen Lebens und die Konsequenzen von Gewalt zu verstehen. Es ist an der Zeit, zu verstehen, dass niemand frei ist, solange nicht alle frei sind. Die Energie, die wir als Mütter, Schwestern und Töchter einbringen können, kann zu dieser Freiheit beitragen. Wir müssen unseren Platz an den Verhandlungstischen einnehmen und nicht weichen, bis Versöhnung erreicht ist.
- Robi Damelin, Israel

Frauen sind die Säulen der Nation; wenn sie gut sind, so ist es auch das Land; wenn sie schlecht sind, so ist es auch das Land.
Dieses Sprichwort vom Propheten Muhammed hat die indonesischen Frauen inspiriert, sich für den Frieden einzusetzen. Mit der “Mothers for Change!” Kampagne promoten Frauen in Indonesien Frieden und zwar ausgehend von ihren Familien. Wir sind überzeugt, dass Mütter für ihre Kinder die ersten Lehrerinnen sind und sie ihnen Werte und Vorstellungen lernen und vorleben.

Um den Frauentag 2011 zu feiern, ist es notwendig, dass wir den Spirit von Gender, Gleichheit und Gerechtigkeit so wie es in der indonesischen Verfassung und in internationalen Konventionen und Deklarationen wiedergegeben wird, wieder aufleben lassen. Diese Vision wird ohne Unterstützung und Teilnahme von Männern nicht realisiert werden können. Macht sollte neu definiert werden – teilen und stärken statt dominieren und unterdrücken. Kulturelle Tabus und Stereotypen, die verhindern, dass Frauen Fortschritte im öffentlichen Leben machen, sollten nicht mehr existieren. Rollen und Verantwortung sollten gleichermaßen aufgeteilt werden. Nur so kann das Sprichwort des Propheten umgesetzt werden: eine gute Nation, mit Unterstützung der Hälfte der Bevölkerung - der Frauen. Fröhlichen Frauentag 2011!
- Lily Zakiyah, Indonesien

Bitte klicken Sie auf diesem Link, um das Statement aus Indonesien zu lesen.

 

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