
04. März 2007
Die Schauspielerinnen auf der Bühne im Kosmos Theater
V-Day Vienna 2007 & vienna theatre project präsentierten The Vagina Monologues (2.+3. März, Kosmos Theater)
Gemeinsam mit 80 anderen Länder schloss sich Wien heuer erstmals Eve Ensler´s VDay Kampagne an, deren Ziel es ist, finanzielle Unterstützung für Projekte gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu sammeln und Bewusstsein zu schaffen.
Das vienna theatre project (vtp) präsentierte Eve Enslers erfolgreiches Theaterstück „The Vagina Monologues“ an zwei Abenden vor ausverkauften Sälen. Das Publikum war begeistert. Ein Team von 30 Schauspielerinnen und Sängerinnen führte die ZuschauerInnen durch den Abend. Kein Thema wurde ausgelassen– von Behaarung ja oder nein über Miniröcke, Vergewaltigung und Geburt zu Orgasmus.
Der Erlös der Aktion kommt den Organisationen Frauen ohne Grenzen, Lefö und SWI zugute „Genau das ist die Aufgabe von Theater: unterhalten und bilden“, sagte Sarah Hayes, Co-Direktorin und Schauspielerin des vienna theatre project.
Die vergessene Vagina
Das Theaterstück basiert auf 200 Interviews mit Frauen aus aller Welt; Frauen von 6 bis 75 wurde über ihre Vaginas befragt. Die witzige, aber auch intime Präsentation der Monologe auf der Bühne regte dazu an, nicht nur über die Geschichten zu lachen, sondern sich auch selbst über das Thema Gedanken zu machen oder vielleicht sogar offen(er) mit anderen darüber zu sprechen.
„Ich glaube an die Kraft und das Geheimnis, Dinge beim Namen zu nennen. Denken Sie an das Wort Vagina“, sagt Eve Ensler auf ihrer VDay Webseite, „wir haben in jeder Show 128 mal Vagina gesagt, Abend für Abend, und ich glaube, dass sich dadurch eine Tür geöffnet hat, sich Energien aufgebaut haben, sich Rätsel gelöst haben“.
Und es stimmt. Tatsächlich diskutierten die Frauen und Männer nach dem Theater angeregt über das Stück. Im Rahmen der vom vienna theatre project organisierten Aktivitäten rund um die Aufführung gab es zum Beispiel bei einer Ausstellung ausreichend Gelegenheit dazu.
Vday 2007: What happened to Peace?
Dieses Jahr lag der Schwerpunkt der Kampagne auf Frauen in Konfliktregionen, Frauen, die mitten im Krieg leben oder gerade mit den Wirren der Nachkriegszeit zu kämpfen haben.
Der letzte Monolog nimmt dieses Thema auf:
„Wenn wir über Krieg nachdenken, dann denken wir nicht an Frauen, denn die Arbeit, zu überleben, wiederaufzubauen, ist nicht glanzvoll. Nach Kriegen sind Männer oft gebrochen, können nicht mehr. Und hier sind es die Frauen, die nicht nur arbeiten, sondern Friedensnetzwerke aufbauen, Wege finden, die Heilung ermöglichen. Sie sind es, die die Teile wieder zum Ganzen fügen.“
Frauen spielen eine wichtige Rolle im Beenden und Verhindern von Konflikten. Wenn wir ein neues Netzwerk weiblicher Diplomatie aufbauen, können wir neue Rollen spielen, uns für neue und alternative Methoden einsetzen. Frauen weltweit haben diesen Weg schon eingeschlagen, aber wir brauchen noch mehr Sichtbarkeit, um Einfluss zu haben.
„Wir können das scheinbar Unmögliche herausfordern“, bringt es Joanna Godwin-Seidl, Co-Direktorin und Schauspielerin auf den Punkt.
Weiterführende Informationen:
www.viennatheatreproject.at
www.vday.org
www.lefoe.at
www.swi-austria.org