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09. Oktober 2006

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mädchen am pc © FoG

Saudi Arabien - Soll ich mein Tiefseetauchen weglassen?

Wie man in Lebensläufen das private mit dem öffentlichen Leben verbindet und andere Mittel um sich selbst zu vermarkten.

Wann haben Sie zum letzten Mal Ihren Lebenslauf aktualisiert? Oder sich gefragt, wohin Sie in diesem Leben noch kommen wollen?
Bei beiden Fragen geht es um dieselbe Sache: nämlich um einen strategischen Ansatz für Ihre persönliche und professionelle Entwicklung.

Die saudische Kultur ist traditionellerweise eine private, soziale Aktivitäten finden meist immer noch streng geschlechtergetrennt statt. Akademische und professionelle Karrieren junger Frauen werden häufig von der Familie vorgegeben oder von Möglichkeiten, die leicht zugänglich sind. Die Frauen, die ich getroffen habe, sind nicht darauf angewiesen, etwas zu verdienen. Deshalb ist die Idee, persönliche Stärken oder Hobbies in vermarktbare Fähigkeiten umzuwandeln für sie nicht unbedingt offensichtlich.

Meine Hauptaufgabe beim Workshop in Riad war es, den jungen Absolventinnen zu zeigen, dass ihr Lebenslauf keine Einkaufsliste von erreichten Erfolgen ist, sondern ein strategisches Mittel, um sich gegen andere durchzusetzen und sich in einem herausfordernden Markt zu positionieren. Nur wer ein Ziel hat, kann die Leistungen ausfindig machen die dazu beitragen können, es zu erreichen und jene, die dafür nicht relevant sind weglassen. Nur wer sich selbst gut kennt, kann wissen welche Aspekte ihrer Persönlichkeit sie herausstreichen soll. Nur wer einen ehrlichen Zugang zu ihren persönlichen Stärken findet, kann ihre Erfolge klar bestimmen.

Dieses Konzept war für viele der jungen Teilnehmerinnen völlig neu. Sie waren offen dafür, aber in der Praxis war es sehr viel schwieriger, konkret zu sein. Eine Teilnehmerin sagte, sie möchte etwas „in einer Bank“ machen, und ich ziehe sie auf: „Ich kenne jemanden, der sehr glücklich dabei ist, in einer Bank zu putzen“. Eine andere sagt, sie ist sehr verantwortungsbewusst. Ich sage darauf, ich würde ohnehin niemanden einstellen, der das nicht ist, was macht sie also zu etwas Besonderem?

Die Teilnehmerinnen sind es nicht gewöhnt, in diesen Kriterien zu denken. Zwei Sprachstudentinnen, Freundinnen, sie sind beide ausgebildete Übersetzerinnen, arbeiten gemeinsam an ihren Lebensläufen. Ich frage sie, zu überlegen, worin sie besser sind als die andere. „Sie ist sehr schnell!“, platzt eine andere Freundin heraus, und langsam machen die Teilnehmerinnen einen Riesen-Sprung in Richtung wirtschaftlich Denken.

Es ist sehr aufregend, wenn Frauen sehen, dass sie eine Änderung bewirken können. Eine Teilnehmerin sagt, dass sie gut mit Kindern umgehen kann und schreibt ihr Bewerbungsschreiben an eine Gruppe für behinderte Kinder. Eine andere sagt mir, „Ich muss keine Bewerbungen schreiben lernen, ich habe bereits ein kleines Café!“ Nach einem kurzen Brainstorming mit der Gruppe schreibt sie an einen Vertrieb für organischen Kaffee als möglichen Lieferanten. Eine andere flüstert mir zu, „ich mache meine eigenen Schokolade-Brownies, vielleicht kann sie meine Bäckereien in ihrem Café verkaufen!“ Das ist aufregend für mich, großartige Ideen die durch neue Informationen und ein neues Netzwerk entstehen.

Nach den drei Tagen sind die Teilnehmerinnen sowohl euphorisch ermutigt und selbstkritisch. Dieser letzte Teil ist wichtig. So wie eine junge Dame sich beklagt, „ich habe keine einzige Qualität, die ArbeitgeberInnen schätzen“. Also sage ich, dass es niemals schlecht ist, sich seiner Schwächen bewusst zu sein, sondern es ist ein großartiger Ausgangspunkt zum Handeln. Wir müssen uns alle manchmal aus unserer Bequemlichkeitszone bewegen, etwas extra machen und sicherstellen dass wir gestreckt sind, auf unseren Zehen und bereit zum Handeln. Alles, was wir von diesen außerplanmäßigen Aktivitäten lernen, bildet unseren Charakter, macht uns zu dem was wir sind und lässt uns Interessen entwickeln, die eine Rolle für unsere professionelle Karriere spielen.

Tiefseetauchen sagt sehr viel über eine Person aus: abenteuerlich, neugierig, präzise, energiegeladen, mutig, mit Liebe zum Detail: können Sie so jemanden für Ihr Team gebrauchen?


Georgina Nitzsche

 
 

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