
10. Februar 2009
Teilnehmerinnen am SAVE launch in Delhi am Insitute for Social Sciences
Shantanu Saikia, Journalist aus Delhi, der seine Frau bei den Anschlägen im Taj Hotel in Mumbai verlor
Der Chor der DPS Schule in Delhi
Die Teilnehmerinnen am SAVE launch in Lucknow
Edit Schlaffer und Archana Kapoor beim SAVE launch in der Universität von Lucknow
Krankenschwestern im Cama Albless Krankenhaus in Mumbai, die durch ihre Geistegegenwärtigkeit Müttern und ihren Babies das Leben gerettet haben
26/11: Niemals wieder? Bombay, Bagdad, Kabul, Kairo in nur 20 Tagen
SAVE – Sisters Against Violent Extremism – ist eine neue Bewegung, um Frauen für die Herausforderungen politischer und religiöser Radikalisierungsbestrebungen zu rüsten, die nicht nur ein Problem in Krisen- und Umbruchgesellschaften sind, sondern auch Europa erreicht haben. Wenn sie selbstbewusst genug sind, um Gefahren in ihrer unmittelbaren Umgebung, in ihrer Familie und in ihrer Religionsgemeinschaft wahrzunehmen und anzusprechen, werden latente extreme Strömungen unmittelbar konfrontiert werden können.
Die internationale SAVE Konferenz in Wien war ein unorthodoxes Treffen. Es gab keine Papiere, die verlesen wurden, keine Standpunkte, die verteidigt wurden. Alle waren damit beschäftigt, den Traum eines gemeinsamen sicheren Territoriums zu realisieren. Frauen sind praktisch und bescheiden, deshalb wurden keine Großprojekte entworfen, sondern die Idee von SAVE Stützpunkten, „local SAVE spaces“, entwickelt. Und die ersten SAVE spaces sind bereits in Indien und England im Entstehen.
Knapp vor der Wiener Konferenz wurde Bombay von einer einzigartigen Terrorwelle überrollt, bei der mehr als 170 Menschen starben. SAVE war entschlossen, Solidarität mit den Betroffenen zu zeigen und Archana Kapoor, die seit vielen Jahren mit Frauen ohne Grenzen arbeitet, hat umgehend vorgeschlagen, einen Film mit den Opfern von Bombay zu drehen. „Die menschlichen Tragödien hier lassen mich nicht los“, schrieb sie in einer kurzen Nachricht nach dem ersten Drehtag.
SAVE Spaces in Delhi, Lucknow und Bombay
Archana mobilisierte LehrerInnen, UniversitätsdekanInnen, RepräsentantInnen der Zivilgesellschaft, JournalistInnen und NGO AktivistInnen, um SAVE India zu starten.
Das Presse-Echo war enorm, sowohl in englischsprachigen als auch in Hindi Zeitungen (siehe unten stehende Links).
In Delhi knüpften wir mit der Delhi Public School, R K Puram, Kontakt, einer führenden Oberstufenschule mit 10.000 SchülerInnen allein in Delhi und mehr als 60.000 Jugendlichen an anderen Standorten (u.a. im Mittleren Osten). Shyama Chona, die Direktorin der Schule, organisierte ein Treffen mit den 25 top SchülerInnen für ein SAVE Workshop. Die Jugendlichen waren begeistert von SAVE und einigten sich sofort darauf, einen wöchentlichen SAVE after School Club unter dem Motto “Schools Against Violent Extremism” einzurichten. In diesen Clubs werden Pressartikel verfasst, Facebookgruppen gegründet und die TeilnehmerInnen arbeiten bereits an Leserbriefen an die größten Zeitungen der Region. In Kamerastatements erklärten die Jugendlichen: „Die Kinder Mahatma Gandhis mobilisieren gegen gewaltsamen Extremismus“. Ein Schüler schlug vor, einen Brief an den einzig überlebenden Terroristen aus Mumbai, Kasab, zu schreiben. Der Schulchor präsentierte ein Lied gegen Terrorismus „Stopp, werft die Waffen weg“; der Auftakt zu einer Serie von Liedern zum Thema Gewalt und Extremismus.
In Lucknow, einer Stadt im Norden des Landes, die in ihrer Geschichte bereits viel Gewalt erleben musste, wird SAVE India mit der lokalen Universität und den 40.000 Studierenden kooperieren. Die Dekanin, Professorin Nishi Pandey, mobilisiert bereits, um SAVE Programme auf dem Campus zu starten. Die weiblichen Studierenden sind, wie überall auf der Welt, in der Überzahl, besonders ehrgeizig und idealistisch. Sie wollen unbedingt aktiv sein und sich für SAVE organisieren.
Das von Frauen ohne Grenzen entwickelte und in verschiedenen Regionen durchgeführte Trainingsprogramm „Girls fit for Politics!“ wird in das Curriculum der Universität inkludiert werden. Gewalt ist ein großes Problem am Campus und kann nur durch konsequente Implementierung von Diversitäts-Strategien balanciert werden. So können die jungen Frauen gewonnen werden, mit der entsprechenden Expertise mutig und entschlossen gegen Extremismus und Gewalt zu mobilisieren.
In Bombay hatten Betroffene, Überlebende und Angehörige der Terroranschläge vom November erstmals die Gelegenheit, in einem SAVE Workshop gemeinsam ihr Trauma, ihren Verlust, ihre Wut und ihren Schmerz zu teilen. Es war ein einzigartiges Treffen, das uns alle zutiefst berührt hat.
SAVE India wird nun gemeinsam mit dieser Gruppe eine Kampagne entwickeln: diese Menschen wollen nicht unser Mitleid, sondern unsere Verantwortung, dafür zu sorgen, dass sie nicht vergessen werden.
Farid Khan, Generalsekretär der Majlis-e-Shoora, präsentierte noch während des Workshops eine Idee, die sofort aufgegriffen wurde: er wird die Krankenschwestern, die während der Anschläge am 26. November mehr als 400 Müttern und ihren Babies im Cama Albless Krankenhaus das Leben retteten, in seine Moschee in einem muslimischen Viertel in Mumbai einladen, um ihre Geschichten zu zeigen, ihren Mut und ihren Einsatz zu würdigen und so eine Brücke zu bauen zwischen der muslimischen und hinduistischen Bevölkerung.
Bitte klicken Sie hier, um mehr über die SAVE in Mumbai zu lesen: www.hardnewsmedia.com/2009/02/2619.
Weiter Artikel zu SAVE India finden Sie über folgende Links:
http://anypursuit.com/news/tiki-read_article.php?articleId=198