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14. April 2008

Afghanin, Nimruz © Wahida Mehrzad

Schülerinnen Nimruz © Waheeda Mehrzad

Irakische Witwe mit Kindern © Rajaa al Khuazi

Eine Witwe mit ihren vier Kindern

irakische Kinder © Rajaa al Khuzai

Zwei Frauen ohne Grenzen Projekte

Afghanistan und Irak

Das Frauenzentrum Nimruz – ein kleines Fenster in die Welt für die afghanischen Frauen

Die Provinz Nimruz liegt im Südwesten von Afghanistan. „Es ist die einzige Provinz im ganzen Land, in der Mädchen in die Schule und fast alle Frauen arbeiten gehen dürfen.
Und Frauen ohne Grenzen hat maßgeblich zu dieser Situation beigetragen
“, schreibt Wahida Mehrzad, die Leiterin des Projektes, in ihrem letzten Bericht. Gemeinsam mit Huma Naseri, einer jungen Frau aus Kabul, managt sie das Projekt, mittlerweile wird das Frauenzentrum ganz selbständig von den beiden und ihrem Team geführt.

Minderjährige Mädchen werden immer noch verheiratet, oft mit Männern um die 50 oder 60 Jahre, Frauen wissen zu wenig über ihre Rechte, da gibt es noch sehr viel zu tun. Aber es ist schön zu sehen, wie jeden Morgen hunderte Mädchen in dieser vom Krieg zerstörten Stadt in die Schule strömen“, beschreibt Wahida Mehrzad.

Unter den angebotenen Schulungen sind die Computerkurse am beliebtesten. Derzeit gibt es zwei Computerklassen mit insgesamt 30 Schülerinnen. Auch die Englischkurse finden rege Beteiligung, so lernen gerade 38 Frauen und Mädchen die Sprache. Oft wird auch am Computer gelernt, damit können die Teilnehmerinnen gleichzeitig ihre PC Kenntnisse einsetzen. In Kooperation mit dem Department for Education wurde kürzlich ein neuer Alphabetisierungskurs gestartet, insgesamt lernen derzeit 55 Frauen an zwei Standorten lesen und schreiben.

Wöchentliche Treffen, in denen mit Sozialarbeiterinnen eine Mischung aus lebens-wichtigen Themen wie Gesundheit, Hygiene und Ernährung sowie Frauenrechte und Bildung diskutiert werden, sind zu einer wichtigen Einrichtung geworden und zu einem Fixpunkt im Leben der Frauen.

Die ersten drei Jahre wurde die Initiative vom Bundesministerium für Soziales und Konsumentenschutz gefördert. Wir danken an dieser Stelle der VIC Women´s Group für die finanzielle Unterstützung.

Irakische Witwen zwischen Trauma und Hoffnung

Dr. Rajaa al Khuzai, irakische Ärztin, Politikerin und Aktivistin hat 2004 die Iraqi Widows Organisation ins Leben gerufen. Sie ist seit November 2006 Kooperationspartnerin von Frauen ohne Grenzen.

Derzeit betreut sie mit ihrer Organisation 105 Witwen in Bagdad, Irak, und Amman, Jordanien. Die jüngste ist 23 Jahre alt. Viele Witwen, vor allem jene, die aus dem Irak nach Jordanien geflüchtet sind, leben in Häusern, die weder Heizung noch sanitäre Anlagen haben. Manchmal leben die Mütter und ihre Kinder gemeinsam in nur einem Zimmer, mehr können sich viele aufgrund der finanziellen Situation nicht leisten.
Arbeitslosigkeit, Krankheit und Depression sind die Hauptprobleme der oft sehr jungen Witwen. Zudem kommt der unsichere legale Status für jene, die nach Jordanien geflüchtet sind und die allgemein unsichere Situation, in der die IrakerInnen seit nunmehr fünf Jahren leben. Viele leiden unter Phobien und haben keine Zukunftsvorstellungen mehr. Sie haben ihr Vertrauen in die Regierung verloren und glauben nicht, dass sich ihre Lebenssituation verbessern wird. Witwen, die in Jordanien leben, wünschen sich eine Zukunft in einem westlichen Land, jedoch sind viele illegal ins Land gekommen und haben keine oder gefälschte Papiere.

Die Iraqi Widows Organisation gibt den Witwen eine neue finanzielle Basis, medizinische Betreuung und Beratung, aber vor allem Lebensmut.
Ein Schwerpunkt des Projektes liegt auf der Betreuung der Kinder. Sie haben für ihr Alter meist eine zu große Verantwortung, oft keine Chance auf Schulbildung, das sie schon mit –11 Jahren arbeiten müssen. Die Erinnerung an den Krieg sind ihr täglicher Begleiter.

Gemeinsam mit einem Team aus ÄrztInnen, Psychologinnen und SozialarbeiterInnen unterstützt Rajaa al Khuzai die traumatisierten Frauen und ihre Kinder dabei, im Leben wieder Fuß zu fassen.

Dank der großzügigen Unterstützung der Initiative Wider die Gewalt im Rahmen der Nacht der Wiener Wirtschaft 2007, konnte Frau al Khuzai ihr Witwenprojekt erweitern und mehr Frauen unterstützen.

 
 

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