12. März 2008
EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner und Edit Schlaffer
Mairead Corrigan Magurie, Friedensnobelpreisträgerin 1976

Suhair Al Ali, Ministerin für Planning and International Cooperation in Jordanien, und Edit Schlaffer
Naila Ayesh, Executive Director des Women´s Affairs Centre Gaza
Antoinette Batumubwira, die Außenminsiterin von Burundi
Strategien für die Stabilisierung der Welt werden mit mehr oder weniger Erfolg von Staatsoberhäuptern, Diplomaten und Friedensunterhändlern quer durch die Weltgeschichte entworfen.
In Brüssel hat anlässlich des internationalen Frauentages ein einmaliges Ereignis stattgefunden, das das Potential hat, ein neues Territorium zu erschließen. Die Weltgeschichte wurde aus der weiblichen Perspektive erörtert und analysiert.
Die EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner gab das Thema vor: „Women: Stabilizing an Insecure World“ und brachte Staatschefinnen, Außenministerinnen, hochrangige Vertreterinnen internationaler Organisationen und couragierte Aktivistinnen der Zivilgesellschaft an einem runden Tisch zusammen, ein ungewöhnlicher Anblick und ein kurzer Ausblick in eine Welt, die von Frauen regiert und geformt wird: von Julia Timoschenko über Condoleezza Rice, Hanan Ashrawi, Suzanne Mubarak bis Emma Bonino und Olubanke King Akerlele, die Außenministerin von Liberia, eine Versammlung von mächtigen, brillanten und engagierten Frauen.
„Let´s start the revolution!“
Mit diesen Worten eröffnete EU Kommissarin Ferrero-Waldner die Konferenz und forderte die Sprecherinnen auf, ihre vorbereiteten Statements beiseite zu legen und einen direkten und intensiven Dialog zu starten.
Die Ermutigung von Frauen und der Einsatz für ihre aktive Beteiligung in der Öffentlichkeit ist eine der großen Herausforderungen dieses Jahrzehnts. Wenn Frauen die richtige Unterstützung bekommen und sich auch gegenseitig dabei helfen, in Politik, Ökonomie, Wissenschaft und Religion eine entscheidende Rolle zu spielen, dann wird das nicht nur ein Triumph für Frauen, sondern auch ein klares Votum für Demokratie und Gerechtigkeit sein.
Frauen sind bestens gerüstet für diesen Einsatz, sie bringen eine ganz besondere Eigenschaft mit: zuhören können. Und dieses Zuhören geht über das bloße Hören hinaus und ist der entscheidende Schritt, um eine klare Analyse der Problemlage zu ermöglichen und Misstrauen und mangelndes Verständnis zu überwinden.
Frauen heute sind kompetent wie nie zuvor in der Geschichte: gebildet, ambitioniert und bereit, ihren Beitrag zu leisten. Von der Basis bis in die Hallen der Macht stabilisieren sie die zerbrechliche Struktur unserer Gesellschaft. In diesen kritischen Zeiten kann die Gesellschaft auf ihre weiblichen Talente nicht verzichten. Frauen brauchen Selbstvertrauen und müssen an ihre Fähigkeiten glauben, um die Balance unserer aus den Fugen geratenen Welt wieder herzustellen.
Das Leben ist oft unfair und meistens zählen Macht, Muskeln und Militär. Und die Macht stützt sich oft nicht auf Verstand, sondern auf zahlenmäßige Überlegenheit.
Naomi Chazan, ehemalige Sprecherin der Knesset: „Es gibt keine maßgebliche Anzahl von Frauen an den Verhandlungstischen, aber genau die numerische Präsenz zählt. In diesem Fall würde Quantität auch Qualität bedeuten.“
Die irische Friedensnobelpreisträgerin Mairead Corrigan-Maguire mobilisierte tausende Frauen zu Friedenskundgebungen während des Bürgerkriegs: „Es war ein riesiger Erfolg. In den ersten sechs Monaten der Friedensbewegung ist die Gewalt um 70% Prozent zurückgegangen. Die Menschen müssen mit dem Friedenmachen anfangen, das dringt dann auch zu den Politikern durch. Ich bin überzeugt, dass der Frieden in unseren Herzen beginnt.“
Eine der engagiertesten Politikerinnen im Nahen Osten ist Suhair al-Ali, Minsterin for Planning and International Cooperation in Jordanien: „Ich glaube Frauen sollten sich niemals mit irgendjemandem vergleichen. Sie müssen ihre eigenen Stärken entwickeln und anerkennen. Frauen müssen sich die Latte einfach höher legen und es nicht zulassen, dass es jemand für sie tut, sonst kommen wir nirgendwo hin.“
Heute machen Frauen sich und anderen Druck, Hürden und Blockierungen aus dem Weg zu räumen, sie sind mutig und verwegen.
Entscheidend ist im Grunde jeder Tag nach dem Internationalen Frauentag. Wir müssen die Bühne präparieren, um weibliche Stärke und Exzellenz auf jeder Ebene zu inszenieren, für eine sichere und stabile Gesellschaft.
Gemeinsam verändern Frauen ohne Grenzen die Welt.
Ihre
Edit Schlaffer und das Frauen ohne Grenzen Team