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05. Februar 2008

Dialog: schon wieder?

Ein "Seitenblick" von Edit Schlaffer (Die Furche, 4.2.2008)

Die ernüchternde Diagnose der neuesten Studie des Weltwirtschaftsforums: Die EuropäerInnen scheinen genervt und gleichzeitig verunsichert von den anwachsenden Dialogforen, die das Verständnis zwischen dem Islam und dem Westen fördern sollen. Sie erleben diese häufig kostspieligen Bemühungen auf höchster Ebene entweder als nutzlos oder entwickeln sogar Verständigungs-Phobien. Bei 60 Prozent der EuropäerInnen löst die Förderung des Dialogs sogar verstärkt Befürchtungen aus. Das WEF zieht eine niederschmetternde Bilanz: der Westen sei einfach nicht bereit, den Islam zu respektieren. Was ist falsch gelaufen? Könnte das schwindende Vertrauen in die Politik auch einen Glaubwürdigkeitsverlust gerade bei Initiativen, die hochsensibel sind, bewirken? Wie inspirierend sind die Verständigungsstrategien, die auf dem glatten Parkett der internationalen Diplomatie mit wechselnden politischen AkteurInnen stattfinden? Auf der nationalen Ebene reicht das Programm gerade noch bis zur anstehenden Wahl des nächsten Provinzhäuptlings. Aber: es könnte auch anders gehen. In einer laufenden Untersuchung zur Situation von muslimischen Jugendlichen in Österreich führen wir intensive Gespräche mit jungen Frauen und Männern über ihre Lebenssituation. Auffallend ist ihre positive Emotionalität, aber auch ihre Verunsicherung. Sie sind überrascht, dass ihre Meinung zählt, dass ihr Leben interessant sein soll. Häufig ist es das erste Mal, dass sich jemand für sie interessiert. Misstrauen und Missverständnisse können bekanntlich nur überwunden werden, wenn wir unser Gegenüber anhören zu verstehen versuchen. Doch die ungehörten Stimmen der großen Gruppe vor allem der jungen MigrantInnen machen die weißen Flecken im politischen Diskurs aus.

 
 

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