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07. März 2012

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Internationaler Frauentag 2012

am heutigen Internationalen Frauentag will Frauen ohne Grenzen/SAVE die Stärke, die Ausdauer und den Einsatz feiern, mit dem Frauen die Welt zu einem besseren Ort machen.

Wir möchten aber auch Alarm schlagen. Die globale Frauenbewegung war eine der einflussreichsten Bewegungen des 20. Jahrhunderts, aber heute müssen wir zugeben, dass uns hart erkämpfte Frauenrechte langsam entgleiten, weil die Welt von politischen, wirtschaftlichen und ideologischen Umschwüngen erschüttert wird.

Die Anerkennung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt in der öffentlichen Gesundheits- und Frauenrechtsdebatte zählt zu den größten Triumphen der Frauenbewegung, aber die weltweite Wirtschaftskrise hat dazu geführt, dass eine Reihe von Frauenhäusern weltweit geschlossen wurden.

Die Verletzung fundamentaler Menschenrechte in Afghanistan war für viele, die ihr Leben im Krieg verloren haben, Anstoß um aufzustehen und zu kämpfen. Wie müssen sich diese mutigen Frauen und Männer fühlen, wenn sie lesen, dass das religiöse Gremium in Afghanistan, der Ulema-Rat, soeben ein Statement veröffentlich hat, in dem es heißt „Männer sind elementar, Frauen sind nebensächlich“?

Wir rufen die muslimische und die nicht-muslimische Zivilgesellschaft dazu auf, gemeinsam dagegen zu protestieren und sicherzustellen, dass der Status von Frauen zu diesem kritischen Zeitpunkt nicht zurückfällt!

Die Gleichberechtigung von Frauen wirkt sich auf alle Bereiche aus, auch auf Sicherheitsagenden. Das Abdriften in Extremismus hat meist nicht vordergründig ideologische Hintergründe, sondern vielmehr persönliche. Individuen finden vermeintliche Antworten auf persönliche Probleme und Bedürfnisse und das nutzen extremistische Gruppierungen aus. Die Ausbreitung von gewalttätigem Extremismus muss daher auch auf einer persönlichen Ebene bekämpft werden. Frauen, vor allem Mütter, sind in der idealen Position, um mit ihren Kindern zu reden, zu diskutieren und ihren Kindern Bildung zu vermitteln. Sie sind es, die der jungen Generation alternative Lösungen für ihre Probleme anbieten und an Strategien und Konsequenzen arbeiten können.

Aber wie kann eine Mutter in Afghanistan ihre Kinder stärken, wenn sie nicht einmal das Haus verlassen kann, nicht frei sprechen und Hilfe suchen darf?
Frauen können eine fundamentale Rolle gegen die Ausbreitung extremistischer Ideologien spielen, aber sie müssen das Selbstbewusstsein und die Stärke haben, um das zu tun. Wir müssen sie dabei unterstützen, ihre Rede- und Bewegungsfreiheit (wieder) zu erlangen.

Europäische Länder haben einen Rettungsschirm eingerichtet, um den wirtschaftlichen Kollaps der Europäischen Union abzuwenden.
Die internationale Gemeinschaft ist dafür verantwortlich, einen solchen Rettungsschirm auch für Frauen weltweit zu gründen; für Frauen, die in Gefahr sind, sei es in Bezug auf ihre Gesundheit, ihre Sicherheit, ihre wirtschaftliche Lage oder hinsichtlich grundlegender Menschenrechtsverletzungen.

Sicherheit und Stabilität liegen auch in unseren Händen. Zeiten der Krise sind oft auch Zeiten neuer Möglichkeiten – das ist unser Moment als Frauen, um mit unserer smart power, mit Kompetenz und Selbstvertrauen globalen Herausforderungen zu begegnen.

 
 

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