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28. Juli 2010

Muslimische Schülerinnen Wien © FoG

Österreich: Miteinander statt Gegeneinander

Ein gemischter Befund über den (noch) nicht gemischten Alltag von muslimischen und nicht-muslimischen SchülerInnen. Ein Kommentar von Edit Schlaffer*

Migration ist heute ein hochpolitisches Feld, das weite Teile der Innen-, Außen- und Europapolitik bestimmt. Dabei hat es so harmlos angefangen. In den 70er Jahren sind Gastarbeiter aus dem ehemaligen Jugoslawien, aus der Türkei und anderen Ländern eingeladen worden, um die notwendigen Arbeitskräfte für den Wirtschaftsaufschwung bereit zu stellen. Der Gastarbeiterzustrom fand keine Entsprechung in einer Gastarbeiterpolitik, die Idee von Migration, des Nachzugs der Familienangehörigen und Vorkehrungen für mögliche zweite und dritte Generationen dieser Neuankömmlinge in den Gastländern wurde, wenn sie überhaupt aufkam, nicht diskutiert. Es sollte sich herausstellen, dass die Politik immer einen Schritt hinter der Entwicklung der realen Verhältnisse war. Und so ist es geblieben.

Parallelgesellschaften, Kampf um Minarette, Islamophobie und Burkaverbote sind die neuen Themen, die Schlagzeilen quer durch die europäische Presse machen.
Aber es ist nie zu spät für Kurskorrekturen. Es ist unbestritten, dass die Beförderung einer positiven Einstellung für eine gelungene Integration von beiden Seiten, der Mehrheitsbevölkerung und der Migrationsgruppen, die Basis für den Zusammenhalt der Gemeinschaften auf der unmittelbaren Ebene des Zusammenlebens und im weiteren politischen Kontext sein wird.
Und genau um diese Frage der Gestaltung des Zusammenlebens im unmittelbaren Lebenszusammenhang der Mehrheits- und der Migrationspopulation geht es in einer neuen Studie, die in Österreich quer durch alle Schultypen mit 120 SchülerInnen zwischen 14 und 18 Jahren durchgeführt wurde** .


Blockierung der Startposition
Die Startposition für die junge MigrantInnengeneration in unserer kompetitiven Wissensgesellschaft ist von einer Reihe von Blockierungen geprägt. Die berufliche Positionierung ihrer Eltern ist durchgängig auf einem niedrigeren Niveau angesiedelt als bei den Eltern der Mehrheitsgesellschaft. Fast die Hälfte der Väter der befragten SchülerInnen mit Migrations-/muslimischem Hintergrund ist als Arbeiter tätig, rund 20% sind Taxi- oder LKW Fahrer. Rund zwei Drittel der Mütter arbeiten als Reinigungskräfte oder Arbeiterinnen.

Die Deutschkenntnisse bzw. –unkenntnisse der MigrantInnen werden als eine der zentralen Waffen in der Auseinandersetzung mit der Migrationsthematik eingesetzt. Der Einstieg in eine gelungene sprachliche Sozialisation ist für die Mehrheit der MigrantInnen tatsächliche keine Selbstverständlichkeit. Die Unterstützung durch die Familie ist auch nicht im erforderlichen Umfang gegeben, denn die Deutschkenntnisse der Eltern werden von den befragten SchülerInnen als niedrig eingestuft.
Die SchülerInnen mit Migrations-/muslimischem Hintergrund sind sich durchaus im Klaren darüber, dass ein Leben in Österreich ohne profunde Deutschkenntnisse nicht möglich ist. Knapp ein Drittel der „ÖsterreicherInnen“ findet, dass ihre ausländischen Kolleginnen nur mangelhafte Sprachkenntnisse haben. Allerdings sprechen in der Gruppe der im Rahmen der Studie befragten migrantischen SchülerInnen entgegen dieser Wahrnehmung drei Viertel perfekt oder nahezu perfekt Deutsch.

Ein alarmierender Befund betrifft das reale Zusammenleben der Jugendlichen.
Zwischen den MigrantInnen und „ÖsterreicherInnen“ gibt es nur wenige Berührungspunkte. Das Leben der MigrantInnen ist stark von den Eltern gelenkt, Familie, Religion und Ehre sind die drei wichtigsten Bezugspunkte. Die migrantischen/muslimischen Jugendlichen haben von früher Kindheit an sehr unterschiedliche Referenzpunkte was ihre Lebensgestaltung anbelangt. Sie leben zwar in Österreich, leben auch sehr gerne hier, erleben aber täglich, dass sich das Leben in ihrer Familie ganz anders gestaltet als in der Gesellschaft um sie herum.
Die migrantischen SchülerInnen haben ein hohes Bewusstsein von der Relevanz von Bildung. Bildung als Schlüssel für soziale Mobilität zu definieren, stößt auf eindeutige Zustimmung bei den migrantischen/muslimischen SchülerInnen. Knapp ein Drittel der Jugendlichen mit migrantischem/muslimischem Hintergrund strebt einen akademischen Abschluss an. Wunsch und Wirklichkeit klaffen hier weit auseinander. SchülerInnen mit Migrationshintergrund und vor allem aus muslimischen Familien sind an den österreichischen Universitäten eine Minderheit.
Mädchen sind bezüglich ihrer Schulausbildung generell ambitionierter, das haben die MigrantInnen mit ihren „österreichischen“ Kameradinnen gemeinsam.
Geschlechterstereotype Berufswünsche finden sich in beiden Gruppen gleichermaßen: Mädchen streben Lehrberufe wie Frisörin, Bürokauffrau und Krankenschwester an, während die Burschen Elektriker, Maler & Anstreicher, Tischler und Feuerwehrmann werden wollen.
Ihr schulisches Engagement bewerten die SchülerInnen mit und ohne Migrationshintergrund auf einer Notenskala von 1 bis 5 gleichermaßen mit 2.
Wunsch und Wirklichkeit klaffen immer noch weit auseinander, aber das Bildungsstreben der MuslimInnen sollte als wichtiger Ansatzpunkt gesehen werden, mit entsprechenden Strategien die vorhandene Motivation in eine reale akademische Laufbahn zu lenken.

Parallelgesellschaften?
Parallelgesellschaften werden bereits früh eintrainiert. Segregation in der Schule und in der Freizeit prägen den Alltag. Wie sehen das die betroffenen Jugendlichen? SchülerInnen ohne Migrationshintergrund finden, dass die Gruppenbildung auf das Konto der KollegInnen mit Migrationshintergrund geht. Sie würden sich gezielt absetzen, in ihrer eigenen Sprache sprechen und quasi als kleine schwimmende Inseln durch den Schulalltag fluten. Die SchülerInnen mit Migrations-/muslimischem Hintergrund sehen das Problem genau spiegelverkehrt. Sie finden, dass ihre MitschülerInnen ohne Migrationshintergrund sich bewusst von ihnen abgrenzen.
Unabhängig ob mit oder ohne Migrationshintergrund, das Auftreten in Gruppen wird von beiden Seiten mit Misstrauen beobachtet. Vor allem männliche Migranten mit muslimischem Hintergrund fühlen sich gemeinsam sicher, lösen aber bei den „österreichischen“ jungen Menschen latente Gefühle der Bedrohung aus.

Gegenseitige Ressentiments sind klar darauf zurückzuführen, dass es keine selbstverständliche Durchmischung gibt, sondern eine Blockbildung, die beide Seiten mit Misstrauen erfüllt. Das Gemeinschaftsgefühl ist kein umfassendes, das auf einer Klassenidentität beruht, sondern es bewegt sich entlang der Trennlinien der ethnischen Zugehörigkeit. Dennoch herrscht im Klassenzimmer im Großen und Ganzen ein Klima des gegenseitigen Respekts. Die MigrantInnen aus dem eigenen Klassenzimmer sind meist ‚die Guten’, schnell finden sich Negativbeispiele aus Parallelklassen.
Die muslimischen Mädchen pflegen am seltensten Freundschaften mit nicht-muslimischen Schülerinnen.

Wie kann nun soziale Interkation gefördert werden, um eine Basis für erfolgreiche Integration zu schaffen?
Die Teilnahme an Schulexkursionen und Sportwochen ist in der Regel Freundschafts- und Identitätsstiftend, aber genau diese Unternehmungen stellen sich als kritisches Terrain dar. Diese Begegnungsflächen sind heftig umstritten. Die befragten muslimischen Mädchen geben an, dass sie bei diesen von der Schule organisierten Veranstaltungen nicht mitmachen dürfen, obwohl es sich um Pflichtveranstaltungen handelt. Teilweise erzählen die befragten Mädchen, dass sie selbst Bedenken hätten, teilzunehmen. Nur eine Minderheit von Mädchen führt explizit an, dass sie bei diesen Schulveranstaltungen dabei sind.
Soziale Interkationen werden in der Gruppe der muslimischen Schülerinnen sowohl im privaten als auch im schulischen Bereich mit Besorgnis von den Eltern betrachtet. Vor allem in Hinblick auf die Teilnahme von muslimischen Mädchen an schulischen Aktivitäten wie Schwimmen und Ausflüge muss noch konsequent gearbeitet werden.
In der Freizeit sind den Entfaltungsmöglichkeiten der Mädchen ebenfalls Grenzen gesteckt: Ausgehen, Beziehungen zum anderen Geschlecht und übernachten bei Gastfamilien ist ihnen in der Regel nicht gestattet. Die Erfahrungswelten der muslimischen und nicht-muslimischen Mädchen sind dadurch sehr unterschiedlich und ermöglichen nur wenige Berührungs- und Begegnungspunkte.

Das Thema "Kopftuch"
Das Kopftuch ist für mehr als die Hälfte der befragten muslimischen Mädchen ein Thema. Ein Viertel der befragten Musliminnen trägt Kopftuch. Alle Mädchen geben an, sich damit schon auseinandergesetzt zu haben. Knapp 20 % der muslimischen SchülerInnen betonen, dass ihre Mütter kein Kopftuch tragen, und zwar weil es in der Familie nie üblich gewesen ist. Es herrscht durchaus ein Bewusstsein darüber, dass das Tragen von Kopftüchern Diskriminierung und schlechtere Berufschancen zur Folge hätte.
Die jungen Männer setzen sich ebenfalls intensiv mit der Kopftuchfrage auseinander. Schon früh bilden sich klare Haltungen heraus, die für den Umgang mit dem anderen Geschlecht von Relevanz sind. Ein „guter Sohn/eine gute Tochter“ folgt den Eltern.

Die Rolle von Frauen und Männern im Islam wird von knapp einem Viertel der muslimischen SchülerInnen als nicht gleichberechtigt definiert. Über 40% der Burschen sind ebenfalls dieser Meinung. Die befragten Mädchen zeigen eine tendenziell resignative, akzeptierende Haltung gegenüber diesen Vorstellungen.


Partnerschaften
Die Definition der Partnerschaftlichkeit drückt sich in der Akzeptanz der Berufstätigkeit der Frau aus. Progressive Vorstellungen sind in den jungen muslimischen Köpfen – vorsichtig - im Vormarsch; fast ein Viertel der befragten Jugendlichen gibt an, ein partnerschaftliches Modell zu präferieren, wobei die Zuständigkeit der Frau für die Kindererziehung nicht in Frage gestellt wird. Die Selbstverwirklichung der Frau wird allerdings durchgehend sorgfältig in Beziehung gesetzt zum erreichten Status des Mannes. Seine dominante Stellung soll auf keinen Fall in Frage gestellt werden. Dabei handelt es sich nicht um ausschließlich männliche Einstellungen, Frauen sehen die Situation genauso. Sie haben die vorherrschenden patriarchalen Werte ihrer Familien verinnerlicht.

Multikulti befindet sich auf dem Prüfstein: Fast 37% der befragten muslimischen SchülerInnen wünschen sich eine/n ebenfalls muslimischen PartnerIn, wenn möglich auch aus dem gleichen Herkunftsland. Hier spielen natürlich auch die Wünsche der Eltern eine wichtige Rolle. Immerhin 21% können sich vorstellen, eine/n ÖsterreicherIn zu heiraten.
Dennoch: die Akzeptanz einer Ehe außerhalb der eigenen Religionszugehörigkeit ist mit der Bedingung verknüpft, dass der/die zukünftige EhepartnerIn konvertiert.
Nur 10 % der SchülerInnen mit Migrationshintergrund/muslimischem Bekenntnis fühlen sich als ÖsterreicherIn, 20% geben an, dass sie sich voll integriert fühlen. Die Mehrheit der SchülerInnen ohne Migrationshintergrund findet, dass das Projekt Integration nicht gelungen ist.
Die Gruppe der SchülerInnen ohne Migrationshintergrund äußert explizit massive Vorurteile gegenüber „AusländerInnen“. Als spezifische Irritationen wird der Vorwurf geäußert, dass die MigrantInnen wegen der Sozialleistungen nach Österreich kämen, dass sie sehr viel Lärm machen und auch die Eltern mit diesen Gruppen nicht sehr sympathisieren.
Die migrantischen Jugendlichen stehen den ÖsterreicherInnen allerdings auch sehr vorurteilsbehaftet gegenüber und meinen, sie würden (zu viel) Alkohol trinken, nicht an Gott glauben, gegen die Islam sein, alle „Ausländer“ in einen Topf werden und die Burschen würden jeden Abend ein anderes Mädchen mit nach Hause nehmen.
Das Bild der Musliminnen und Muslime wird mit Kopftuch, großer Kinderanzahl, dunkler Haut und aggressivem, machohaften Verhalten assoziiert.


Die Stellung der SchülerInnen
Die SchülerInnen entwickeln in kreativer Weise Vorschläge für eine Reise in Richtung Verständigung und Akzeptanz. Bei beiden Gruppen besteht das Bedürfnis nach einem Mehr an miteinander reden, gemeinsamen Veranstaltungen und gemeinsamen Diskussionen. Diese Aktivitäten sollten im Rahmen des formellen Unterrichts platziert sein, um den Prozess der sozialen Verständigung möglichst früh im Denken der jungen Menschen zu verankern.

Die Prinzipien der Aufklärung - Gleichheit, Fairness, Gerechtigkeit - müssen im Alltag diskutiert und trainiert werden. Der geeignete Rahmen dafür ist natürlich die Bildungsinstitution Schule. Insbesondere die neue Bedeutung von Religion, vor allem des Islam, in unserer säkularen Gesellschaft bietet einen Ansatzpunkt, den jungen Menschen die Idee der Toleranz als gelebte Form der Aufklärung nahezubringen.

Auffällig ist eine durchgängig emanzipationsferne Betrachtungsweise des Geschlechterverhältnisses. Selbst in den Interviews mit den Mädchen, die sich klar über ihre Benachteiligungen äußerten, war nur wenig Irritation zu bemerken. Die Normen des Elternhauses sind die dominanten Vorstellungen, die übernommen werden und als Orientierungslinie für die eigene Lebensgestaltung akzeptiert werden.
Die nicht muslimischen Schülerinnen und Schüler thematisieren die Ungleichbehandlung von Frauen im Islam in gleichen Maßen und finden, dass die Frauen im Islam durchgängig schlechter gestellt sind.


Alltagskonflikte
Welche Konflikte erleben die befragten Jugendlichen in ihrem Alltag? Gibt es spezifische Zurückweisungen und Diskriminierungen, die die migrantischen Jugendlichen verunsichern?
Das Verhältnis zum anderen Geschlecht ist kulturell bedingt tatsächlich anders geprägt; das optische Erscheinungsbild junger „österreichischer“ Mädchen kollidiert mit den jeweiligen Wertvorstellungen, wie ein „gutes Mädchen“ auszusehen hat.


MuslimInnen haben wenig Stimmen im öffentlichen Raum. Mit ihrer Präsenz ‚im Freien’ versuchen sie zu zeigen, dass sie da sind, wollen auffallen und sich auf diese Weise „Raum“ aneignen. Es gibt verschiedene Formen der Raumaneignung, das Zusammenschließen und Auftreten in Gruppen ist für viele junge Muslime eine der wenigen Möglichkeiten, öffentliche Räume zu annektieren.

Es sollte die durchaus vorhandene Kritikbereitschaft der migrantischen Jugendlichen als positiver Ansatzpunkt aufgegriffen werden, um sich mit den Problemen innerhalb ihrer Gruppe konstruktiv auseinanderzusetzen. Diese Art von sozialem Lernen kann nur in der Schule angesiedelt werden und wird allen zugutekommen, den Kindern mit und ohne Migrationshintergrund.
Muslimische Mädchen stehen im Zentrum der Aufmerksamkeit, sowohl in der Öffentlichkeit, wo ihr Erscheinungsbild, wenn sie Kopftuch tragen, als besonders auffällig wahrgenommen wird; aber auch in der Familie, wo sie sorgfältig beobachtet und beschützt werden, um ihre Tugend und die Ehre der Familie zu bewahren. Die männliche Identität hingegen ist in den migrantischen/muslimischen Familien ein noch weitgehend unbearbeitetes und unantastbares Terrain. Im schulischen Raum und in der Öffentlichkeit führt das unweigerlich zu Aggressionen, die in Kombination mit Gruppenbildung, oft bedrohlich erlebt werden.


Wenn wir diese spezifischen Sozialisationserfahrungen verstehen, sind die Reibungsflächen im „österreichischen“ Alltag vorhersehbar und könnten durch gezielte Strategien auch abgefedert werden. Die kollidierenden Normen- und Wertesysteme von traditionellen Gemeinschaften mit einem offenen westlichen System, sind für die jugendlichen Migrantengruppen sicher auch bis zu einem gewissen Grad verwirrend. Die Jahre der Adoleszenz sind immer von Orientierungs- und Selbstfindungsprozessen bestimmt, Unsicherheit, Sehnsucht nach Anerkennung und Ausprobieren neuer Verhaltens- und Denkmuster gehören in diese Aufbruchphase. Erfolgreiche Konfliktbearbeitungsmodelle wie sie in einer Reihe von Schulversuchen an österreichischen höher bildenden Schulen erarbeitet wurden, wären ein guter Weg, den migrantischen/muslimischen Jugendlichen mit ihren KlassenkameradInnen ohne Migrationshintergrund, gezielt eine gemeinsame Erfahrungswelt zu eröffnen. Diese Programme haben häufig das Ziel gehabt, Gender sensitive Strategien zu entwickeln und genau das ist dringend notwendig, um den thematisierten Konflikten - Rudelbildung der migrantischen jungen Männer, erhöhtes Aggressionspotential, Verachtung gegenüber „freizügig“ gekleideten Mädchen – die Spitze zu nehmen.

Bei beiden Gruppen besteht das Bedürfnis nach einem Mehr an miteinander reden, gemeinsamen Veranstaltungen und gemeinsamen Diskussionen. Diese Aktivitäten sollten im Rahmen des formellen Unterrichts platziert sein, um den Prozess der sozialen Verständigung möglichst früh im Denken der jungen Menschen zu verankern Die Prinzipien der Aufklärung, Gleichheit, Fairness, Gerechtigkeit, müssen im Alltag diskutiert und trainiert werden. Der geeignete Rahmen dafür ist natürlich die Bildungsinstitution Schule. Insbesondere die neue Bedeutung von Religion, vor allem des Islam, in unserer säkularen Gesellschaft bietet einen Ansatzpunkt, den jungen Menschen die Idee der Toleranz als gelebte Form der Aufklärung nahezubringen.


* Dieser Artikel erschien in der Zeitschrift Erziehung & Unterricht Mai/Juni, 5-6/2010, S.534-539.


** Zusammen Leben Lernen. Eine Studie im Auftrag des BMUKK, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, Wien 2009.

 
 

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