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14. Juni 2010

Oliva Espin und Edit Schlaffer © Amerika Haus

Oliva Espin und Edit Schlaffer

Ist häusliche Gewalt eine kulturelle Tradition?...und andere Fragen zu Gender und Migration

Ein Vortrag von Dr. Oliva Espin

Am 10. Juni 2010 hatte Frauen ohne Grenzen in Kooperation mit der amerikanischen Botschaft in Wien die Möglichkeit, Dr. Espin zu einem Vortrag zum Thema häusliche Gewalt, Migration und Gender nach Wien einzuladen. Dr. Espin ist Fulbright Distinguished Chair in Gender Studies an der Alpen-Adria Universität Klagenfurt und Professorin für Women´s Studie an der San Diego State University.

In ihrer Präsentation bot Espin Einblick in die Konsequenzen von Migration für Frauen. Wann immer Menschen geopolitische Grenzen überschreiten, überschreiten sie auch emotionale Grenzen. Das ist ein Fakt, der oft weder von den EmigrantInnen selbst noch von den GesetzgeberInnen anerkannt wird. Die Expertin stellte außerdem dar, dass Migration für Frauen entweder emanzipatorische oder unterjochende Folgen haben kann. Migration kann Frauen auf der einen Seite ermöglichen, traditionelle Grenzen innerhalb der Familie zu überschreiten, auf der anderen Seite können aber Männer in nicht wirklich existente, sondern eingebildete traditionelle Geschlechterrollen kippen, wenn sie sich mit der neuen Lebenssituation konfrontiert sehen.

Weltweit sind Frauen die Stützen von Kultur, meist zu Lasten ihres eigenen Lebens. Die Kontrolle der Männer über das Verhalten, das Leben von Frauen, steht für die Einhaltung von Ordnung; man darf jedoch nicht außer Acht lassen, dass oft auch Frauen nach diesem Schema agieren.
Dr. Espin wies am Ende ihres Vortrages darauf hin, dass es entscheidend ist für das Leben von Frauen wie die Aufnahmegesellschaft zur Unterdrückung von Migrantinnen beiträgt, indem sie fremde Kulturen und Traditionen „respektiert“, die in Wirklichkeit physische und emotionale Gewalt für Frauen bedeuten.

 
 

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