
04. November 2009

Die Friedensradlerinnen und -radler
Die Friedensradfahrt Wien – Jerusalem 2009. Ein Film von Werner Ertel
Am Ostermontag, 13.April 2009 starteten wir in Wien am Rathausplatz zur ersten österreichischen Friedensradfahrt nach Jerusalem – 15 Männer, drei Frauen, ein Sanitäter als Chauffeur des Begleitautos. Ein ganzes Jahr Vorbereitung war dem Friedensabenteuer vorausgegangen. Ziel des Unternehmens: einen kleinen, ganz persönlichen Beitrag zum Frieden in Israel zu leisten
Der Ostermontag ist der traditionelle Tag der Friedensmärsche auf der ganzen Welt. Die drei monotheistischen Weltreligionen Judentum-Christentum-Islam sowie der Bürgermeister von Wien hatten uns ihren Segen mit auf die Reise gegeben – was konnte da noch schief gehen?
Im gesponserten Ford-Transit Kastenwagen der Fa.Weintritt aus Baden verstauten wir unser Gepäck, und auf ging’s mit Klingeln, Zurufen, Hundegebell in Richtung Osten: ex oriente lux. 37 Tage im Sattel warteten auf uns; bei einer Gesamtstrecke von 3.712km mit 23.111 Höhenmetern ergibt das einen Tagesschnitt von 100km. Der Jüngste von uns war 48, der Älteste 69 Jahre alt – und ausgerechnet der, ein drahtiger, durchtrainierter Oldie aus Wien-Liesing, sah mit seinem Mountainbike auf jedem Berg als erster die Passhöhe.
Die Route – ausgeknobelt von Sepp Gruber, 48 und damit der Benjamin, führte von Wien über Sopron, den Plattensee, Kroatien, Serbien, Bulgarien nach Istanbul, von dort weiter durch Westanatolien übers wunderschöne Taurusgebirge zum Mittelmeer nach Adana und Antakya, dem historischen Antiochien. Durch die Halbwüsten Syriens strampelten wir nach Damaskus, erwischten noch ein kleines Eck von Jordanien und radelten schließlich vom Norden, vom Jordantal in Israel ein. Erste Nacht im Hl.Land: Tiberias am See Genesareth, mit einem traumhaften Sonnenaufgang am nächsten Tag.
Die Westbank mussten wir leider links liegen lassen – keine Durchfahrt für uns Friedensradler, beschieden uns die israelischen Militärs am checkpoint North, zwischen Afula und Jenin.
Selber hatte ich die Kamera im Rucksack, strampelte voraus, filmte, saß im Begleitbus und filmte..... die highlights unserer Tour:
Das Radeln bei jedem Wetter, die Landschaften, kulturhistorische Sehenswürdigkeiten, die vielen Begegnungen mit gastfreundlichen Menschen und mit Friedensgruppen, die Audienz beim Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I in Istanbul. In Synagogen sangen wir ein „Shalom chavarim“, in Moscheen waren wir Zeugen der muslimischen Gebetszeiten. In Israel erwartete uns Jeremy Milgrom, einer der „Rabbis for human rights“, in Bethlehem trafen wir palästinensischen Gruppen für Gewaltlosigkeit und Versöhnung.
Für uns alle war’s die Reise unseres Lebens, die Erfüllung eines Traums – des Traums von Frieden und Geschwisterlichkeit in unserer kleinen Gruppe genauso wie unter den Völkern des Balkans und des Nahen Ostens. Möge ein Funke davon durch den Film überspringen auf die Zuseher.
Sie können den Film hier ansehen.
Kamera und Gestaltung: Werner Ertel
Schnitt: Peter Koncz
Länge: 44’ 40“ Werner Ertel,
DVD, 16:9 A 3390 MELK a.d.Donau www.friedensradfahrt.eu
werner.ertel@aon.at
Lesen Sie hier weitere Eindrücke der Friedensfahrt von Werner Ertel.