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PRESSEKONFERENZ: "Von Aids zu Gewalt: Frauen brechen das Schweigen!"

27.06.2006  10:00
Le Meridien Hotel, Happy Green Raum, Opernring 13-15, 1010 Wien

Mindestens jede dritte Frau weltweit wird geschlagen, ist sexueller Gewalt ausgeliefert oder erleidet andere Formen von Missbrauch. In den meisten Fällen kennt sie den Täter; oft ist es der Ehemann oder jemand aus der Familie. Eine von vier Frauen wird während ihrer Schwangerschaft missbraucht.
HIV/Aids fordert jährlich 3 Millionen Leben. Krankheiten und Todesfälle aufgrund unzureichender Gesundheitseinrichtungen und Versorgung machen ein Fünftel der weltweiten Todesfälle aus. Zwei Drittel davon sind Frauen.

Weltweit haben Frauen couragierte und dringend notwendige Kampagnen und Initiativen im Kampf gegen HIV/Aids und Gewalt initiiert. Und sie haben längst fällige Änderungen nicht nur auf gesetzlicher, sondern auch auf praktischer Ebene durchgesetzt.

Bei der Pressekonferenz werden vier führende Frauen aus den Philippinen, Ruanda, Saudi Arabien und Pakistan/Österreich sprechen. Sie alle haben Barrieren überwunden und sich aktiv für den Kampf gegen HIV/Aids und Gewalt eingesetzt:

Justine RUKEBA MBABAZI, Ruanda
Meine Schwerpunkte sind Gerechtigkeit und Versöhnung. Ich habe das Gefühl, ich muss so lange arbeiten, informieren, vorantreiben, bis es endlich eine Gesetz gibt, das verhindert, dass so etwas wie der Genozid in Ruanda noch einmal passiert. Ich weiß, dass ich die Stimme vieler Frauen bin, weltweit.”
Justine Rukeba Mbabazi überlebte den Völkermord von 1994. Heute ist sie eine der führenden Frauen in Ruanda. Sie hat viel erreicht – zum Beispiel als Anwältin, die in Ruanda das erste Gesetz für auf Gender basierende Gewalt entworfen hat. Als international tätige Anwältin und Expertin trainiert Justine Mbabazi die ersten weiblichen Anwältinnen in Afghanistan. Insgesamt verteidigt sie mehr als 500 Frauen, die Opfer von auf Gender basierender Gewalt sind.

Karen F. VILLANUEVA, Philippinen
Eine der jüngsten Gesetzgeberinnen Asiens und momentan Abgeordnete der Stadt Bais, Negros Oriental. Sie setzt sich seit ihrer Studienzeit aktiv für die Rechte der Frauen ein und ist eine der führenden Aktivistinnen im Kampf gegen Gewalt gegen Frauen. Momentan arbeitet sie zusammen mit Frauen ohne Grenzen an der Implementierung des Projekts “Men for Change”, eine Initiative, die im Kampf gegen Gewalt mit Männern zusammenarbeitet.

Dr. Maha AL MUNEEF, Saudi Arabien
Aktivistin und Ärztin. In Saudi Arabien, wo Frauen unterdrückt und die Rechte der Frauen missachtet werden, bricht sie durch ihr Engagement das Schweigen und kämpft gegen häusliche Gewalt, Kindesmissbrauch und HIV/Aids. Die Medizinerin ist eine der wenigen Kinderärtzinnen im King Fahad National Guard Krankenhaus in Riad.

Nasra HASSAN, Pakistan
Arbeitete im Pakistanischen Fernsehen, hat unzählige Publikationen zum Thema Frauenidentitäten veröffentlicht und ist anerkannte Expertin im Bereich weibliche Selbstmordattentäterinnen. Derzeit arbeitet sie bei der UNO in Wien als Direktorin des Informationsservices und ist Sprecherin des UNO Büros für Drogen und Gewalt.

Moderatorin:
Dr. Edit Schlaffer, Vorstandsmitglied der SWI und Gründerin von Frauen ohne Grenzen. Die Sozialwissenchaftlerin fokussiert in ihrer Arbeit auf alternative weibliche Diplomatie, zwischenmenschliche Beziehungen und Bildung/Erziehung. Ihre zahlreichen Publikationen fanden national und international Anerkennung. Letztes Jahr wurde sie mit dem Käthe Leichter Staatspreis für Frauen und Geschlechterforschung ausgezeichnet.

Die Themen:
Frauen – immer mehr Frauen infizieren sich mit HIV/Aids, warum? Was bedeutet es, eine Frau zu sein, in einer Gesellschaft, die gegen diese Pandemie kämpft? Mit welchen Barrieren, Herausforderungen, etc sehen sich Frauen in traditionellen Gesellschaften, die von HIV betroffen sind, konfrontiert? Wie verändert sich ihr Leben?

Kultur, Gesesllschaft und Gewalt – bestimmte kulturelle Praktiken und Traditionen – vor allem jene rund um die Begriffe Reinheit und Keuschheit - führen dazu, dass Gewalt entweder erklärt oder entschuldigt wird. In jeder Kultur, weltweit, gibt es Formen von Gewalt gegen Frauen, die kaum jemand bemerkt. Und zwar deshalb, weil sie als “normal” angesehen werden. Wie wirkt sich das auf Strategien zur Aids-Prävention aus?

Men for Change – Männer werden in der Regel nur als Täter gesehen, die Gewalt an Frauen ausüben. Es ist notwendig, dass das Thema Gewalt gegen Frauen anders aufgegriffen wird. Männer müssen in diesen Prozess eingebunden werden, um im Kampf gegen Gewalt gegen Frauen einen weiteren Schritt zu setzen. Männer müssen Frauen- und Menschenrechte akzeptieren und lernen, dass Männlichkeit nicht automatisch Dominanz bedeutet, sondern meint, dass sie Frauen als gleichwertig behandeln.

Frauen eine Stimme geben – die Möglichkeit zu haben, selbst eine Entscheidung zu fällen, aufzustehen und zu sprechen, “nein” zu sagen, das sind Voraussetzungen dafür, dass Probleme, die Frauen selbst betreffen auch angesprochen werden können. Welche Strategien gibt es, damit Frauen weltweit eine Stimme haben? Wie können die Ketten gebrochen werden, die Frauen davon abhalten, sich zu wehren, zu sprechen?

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